2. August 2026

Gemeinsame Erklärung von fünf Fraktionen zur Verteidigung unserer Lebensweise

Nicht einmal eine Woche ist vergangen, und das Ortseingangsschild ist erneut beschmiert und beschädigt. Eine rechtsradikale Gruppe hat diesmal gewissermaßen ihre Visitenkarte hinterlassen. Der Imam erklärt öffentlich, dass diesmal eine rote Linie überschritten sei. Und die Penzberger Bürgerschaft organisiert sehr zügig eine Solidaritätsbekundung: Am Sonntagabend stehen etwa 400 Menschen rund um die Gebäude der Islamischen Gemeinde an der Bichlerstraße und bilden eine schützende Kette. Parallel arbeiten fünf Fraktionen des Stadtrats an einer gemeinsamen Presseerklärung. Bis auf ein Mitglied bekennen sich hierzu alle Stadtratsmitglieder und versenden diese am nächsten Vormittag wie folgt an die Presse:

„Ein weiteres Mal innerhalb nur einer Woche wurde ein Schild am Ortseingang unserer Stadt beschädigt. Seit kurzem weist dieses über die christlichen Gottesdienste hinaus auch auf das muslimische Freitagsgebet hin. Wurde beim ersten Mal der Hinweis zum Freitagsgebet durch Schmiererei unlesbar gemacht, so wurde diesmal die inzwischen gesäuberte Stelle ganzflächig mit der Visitenkarte einer rechtsradikalen Gruppierung überdeckt.

Als Mitglieder des Penzberger Stadtrats betrachten wir diese Tat als Anschlag auf unser friedliches Zusammenleben, wir verurteilen sie aufs schärfste. Alle Fraktionen des Penzberger Stadtrats haben im April 2021 die sogenannte „Penzberger Erklärung“ gemeinsam formuliert und unterschrieben. Darin bekennen wir uns zu Respekt, Toleranz und Weltoffenheit in unserer Stadt. Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeder Form des politischen Extremismus, insbesondere von Linksextremismus, Rechtsextremismus und Islamismus. Wir schützen und verteidigen unabhängig davon, ob wir uns selbst zu einer Religion bekennen oder nicht, das Wirken der drei Religionsgruppen, die das Zusammenleben in unserer Stadt maßgeblich prägen.“

30. Juli 2026

Eröffnung der Galerie „Stellwerk“ – und ein neues Band Richtung Berlin-Schöneberg

Nach vielen Monaten der Vorbereitung ist es an diesem Donnerstagabend so weit: Die neue Galerie „Stellwerk“ wird mit einer Mitgliederausstellung des Vereins „Kunstzeche“ eröffnet! Hineingeflossen sind in die beiden schlicht gehaltenen, aber gut beleuchteten ehemaligen Räume von Stellwerk und Fahrkartenverkauf Gelder der Städtebauförderung, des Vereins und etliche ehrenamtliche Helferstunden. Das war ein echtes Miteinander: Thomas Grubert, Erster Kunstzeche-Vorsitzender weist darauf hin, dass Kulturamtsleiter Thomas Kapfer den Vereinsmitgliedern bis spät nachts noch beim Reinigen der Fenster geholfen habe. Und auch jetzt, bei der Vernissage, sorgt er mit seinem Trio „Ça touche“ für die passende Atmosphäre.

Bürgermeister Thomas Kopf ist mit dem gesamten „Arbeitskreis Innenstadt“ gekommen, denn hier kann man die Verwendung der 2021 vom Arbeitskreis beantragten Fördermittel direkt studieren. Der Bürgerbahnhof ist seit 2022 Jahren in Betrieb, nun ist er um eine Facette reicher. Stadtbaumeister Justus Klement freut sich, darauf hinweisen zu können, dass aus der Zusammenarbeit von ihm und Kulturamtsleiter Kapfer letztlich ein Vorzeigeprojekt geworden sei, welches die Städtebauförderung bei ihrer nächsten Jahrestagung auch als solches benennen und im Einzelnen vorstellen werde. Hier ist in Kooperation von Rathaus und Bürgerschaft wirklich ein lebendiger Ort entstanden!

Das spricht sich zunehmend auch anderswo herum. So ist es denn ein besonderer Moment, als der Berliner Galerist Klaus Karwat nach Thomas Kopf und Thomas Grubert als Dritter spricht. Er bietet an, mit Hilfe der Galerie künftig auch die Städtepartnerschaft mit Berlin-Schöneberg zu pflegen. Als Mitglied im Vorstand von „Schöneberger Art“ will er im Kontakt mit „Kunstzeche“ und Stadtverwaltung einfädeln, dass KünsterInnen aus der Hauptstadt und dem Blauen Land im Wechsel am je anderen Ort ausstellen und so zu einem neuen kulturellen Austausch beitragen. Die Pflege von Kontakt und Partnerschaft ist nicht immer allein mit Geld möglich. Nein, Phantasie kann Menschen zusammenbringen. Und Kultur.

25. Juli 2026

Unsere Stadt steht für Respekt, Toleranz und Weltoffenheit

Ein ums andere Mal können wir nur erklären: Das verurteilen wir aufs schärfste, das lehnen wir kategorisch ab. So haben wir uns alle ausnahmslos positioniert, als im letzten September Schmierereien an der Moschee zu beklagen waren. Und so ist es auch jetzt wieder, nachdem Schmierereien ein gerade frisch aufgestelltes Hinweisschild beschädigt haben. Alle Fraktionen im Stadtrat heißen es passend, gut und richtig, wenn künftig an unseren Ortseingängen nicht allein wie bisher auf die christlichen Gottesdienste, sondern auch auf das muslimische Freitagsgebet hingewiesen wird. Dass dies in der Nacht zum Samstag übermalt wurde, ist ein schäbiger Anschlag auf ein gemeinsames Bekenntnis.

Der Penzberger Stadtrat hat im April 2021 einmütig die „Penzberger Erklärung“ formuliert und verweist seither immer wieder neu darauf: „Penzberg versteht sich als offene, tolerante Stadt. Das Zusammenleben ist von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt. Das Penzberger multikulturelle Miteinander ist reich, reich an Werten und an Menschen, die diese Werte leben, seit Gründung der Stadt bis heute. (…) Eine besondere Bedeutung kommt hierbei unseren Glaubensgemeinschaften zu, die durch ihren interreligiösen Dialog ein Miteinander der Kulturen vorleben und während der Flüchtlingsphase 2015 eine großartige Integrationsarbeit geleistet haben.“ Keine Schmiererei wird an diesen Sätzen etwas ändern.

24. Juli 2026

„Auch Du kannst die Welt retten“ – Klimavortrag der Regenwald-AG der Mittelschule

Zu diesem interessanten Vortrag waren Stadtratsmitglieder eingeladen – und konnten von jungen Menschen lernen, wie man einen hochpolitischen Inhalt lebensnah aufbereitet: Die Regenwald-AG der Mittelschule spricht an diesem Freitagvormittag 45 min über Ursachen und Folgen des Klimawandels und hält Tipps für den Alltag eines jeden von uns bereit.

Im Mehrzweckraum der Schule kommen Schülerinnen und Schüler der fünften und siebten Klasse an diesem Freitagvormittag völlig ohne ihre Lehrerin klar und veranschaulichen auf selbst gemalten Plakaten, wie das alles zusammenhängt mit den Treibhausgasen, die durch die immer dichter werdende Gashülle um die Erde herum nicht mehr entweichen können, und der Erwärmung, die zu Hitzewellen und Waldbränden wie zu Gletscherschmelze und Überschwemmungen führt. Wenn dazu noch 30 Fußballfelder Wald pro Minute abgeholzt werden, dann entstehen dadurch noch weitere Wüstenlandschaften und sterben Arten aus.

Um zu zeigen, wieviel Papier angefangen von der Toilette über die Küche bis hin zum Arbeitszimmer eine Familie mit drei Personen pro Jahr in Deutschland verbraucht, werden Kartons aufgestapelt, die am Ende so breit und so hoch sind wie eine Tür zum Raum. Die 26 kg Holz und die 5.500 l Wasser, die zur Herstellung von 1 kg Papier nötig sind, werden in Kisten voll Holz und großen Bildern von fünf gefüllten Badewannen gezeigt. Viele solcher konkreten Eindrücke vermittelt die AG, darunter auch die Größe einer Ackerfläche für Sojabohnen, die an ein Schwein zu verfüttern sind, um einen halben Burger zu erhalten.

Ermutigend aber sind am Ende die Hinweise, die den zuhörenden Alterskameraden und Besuchern vermittelt werden: Es hilft, wenn man Papier mit dem Siegel „Blauer Engel“ nutzt, Geschenke in wiederverwendbare Tücher einwickelt, den Fleischkonsum reduziert, Obst und Gemüse aus der Region kauft – und nicht zuletzt, wenn man nachdenkt. Dankenswert ist es, wenn junge Menschen in der Schule so intensiv zum Nachdenken angeregt werden.

22. Juli 2026

Erst das Objekt, dann der Platz: Penzberg hat eine neue Miniramp

Die ersten schwingen sich schon wagemutig durch die Miniramp, während am Rande noch Interviews für die Zeitung gegeben werden: Florian Schuster vom Verein „Bredlsport Oberland e.V.“ strahlt, dass ein lange gehegter Traum nun in Erfüllung gegangen ist. Schon vor drei Jahren wies er die Jugendreferenten darauf hin, dass der örtliche Skatepark in keinem guten Zustand mehr sei. Damals hoffte man noch auf eine Landesgartenschau, in deren Rahmen vielleicht ein ganz neuer Park für die rollende Jugend hätte entstehen können. Aus dem großen Projekt wurde nichts und aus der großen Anlage auch nicht.

Aber unverhofft kam etwas Kleines daher: Der Bayerische Snowboard Verband hatte plötzlich eine Miniramp „übrig“. Fördermittel waren zugesagt worden, aber der ursprünglich dafür angedachte Platz in Oberammergau stand plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Das Geld verfallen zu lassen, kam nicht in Frage, irgendwo würden sich Kinder und Jugendliche schon darüber freuen. Der in der Penzberger Montessorischule arbeitende Lehrer horchte auf und schaffte es nach einigen Runden mit der Stadt, dass die Berghalde nun um eine Attraktion reicher ist. Große und Kleine sausen durch die aus Holz gefertigte Rampe.

Bürgermeister Thomas Kopf blickt vom Rand dem Treiben zu und weist darauf hin, dass er unverdient hier stehe, denn die Sache sei lange eingefädelt gewesen. Ihn freue aber, dass gerade für das junge Publikum das Freizeitgelände nun etwas Neues zu bieten habe. Man müsse freilich darauf achten, dass Skater und Wohnmobilisten gut miteinander auskommen: „Aber wer weiß, vielleicht ziehen wir jetzt nochmal ein ganz neues Publikum an.“ An diesem Nachmittag stehen jedenfalls schon mal jede Menge gut behelmter junger Sportbegeisterter Schlange. Und aus einiger Entfernung genießen Eltern in Liegestühlen das Schauspiel. 

19. Juli 2026

Ausstellungseröffnung: Bernd und Hilla Becher im Dialog mit Penzberg

Es passen gar nicht alle Leute ins Foyer des Museums, die direkt nach dem sonntäglichen Mittagessen zur Eröffnung dieser besonderen Ausstellung gekommen sind: Mit international bekannt gewordenen Photographien, die das Industriezeitalter besonders mit Blick auf den Bergbau würdigen, erinnert das „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“ in diesem Sommer an die Bergwerksschließung vor 60 Jahren. Dabei hat das Künstlerpaar Bernd und Hilla Becher (1931-2007/1934-2015) unsere Stadt zwar nie besucht, doch ihre Bilder sind lehrreich für die Vergangenheit eines jeden früheren Standorts der Montanindustrie. Mit deren Krise in den 1960er Jahren verschwanden auch die Bauten.

Seit Ende der Fünfzigerjahre schufen die Bechers mit ihren Aufnahmen erst im Ruhrgebiet und später in anderen Ländern Europas wie auch in den USA ein riesiges Archiv der Ingenieursbauwerke, die für Berg- und Hüttenanlagen typisch und weithin sichtbar waren: Förder- und Kühltürme, Erz- und Kohlebunker, Hochöfen, Gasbehälter usw. Die frühere Museumsleiterin Diana Oesterle, die als Kuratorin gewonnen werden konnte, erklärt, wie die über vierzig Jahre währende Arbeit des Künstlerpaares nicht allein industriegeschichtlich Typologien deutlich gemacht hat, sondern auch die Wahrnehmung allgemein schult: „Wann beginnen wir eigentlich, etwas wirklich zu sehen?“ Erst, wenn es zu verschwinden droht?

Bürgermeister Thomas Kopf hat zur Begrüßung bereits nach seinem Dank an alle Beteiligten hervorgehoben, dass die Ausstellung nicht allein auf die Vergangenheit verweist, sondern auch auf die Übergänge zwischen den Zeiten: „Strukturwandel ist nichts Vergangenes, er begleitet uns bis heute.“ Und er macht mit Hinweis auf die vor sechzig Jahren gelungene Ablösung der Arbeit im Bergwerk hin zur direkt anschließenden Beschäftigung aller im Automobilbereich Mut: „Wenn wir eines aus unserer Geschichte lernen können, dann dies: Veränderung ist nicht nur ein Risiko. Sie kann auch eine Chance sein.“ So kommt man ins Museum, um Photographien zu sehen, und man endet am Kaffeetisch vor dem Haus im Gespräch darüber, in welchem großen Strukturwandel wir heute stecken.

7. Juli 2026

Erster Penzberger Kunsthandwerkermarkt – eine attraktive Belebung der Innenstadt

Diesmal sind es 38 Vereine und sechs politische Gruppierungen, die mit über achtzig Vertreterinnen und Vertretern in die Stadthalle gekommen sind: Das zweite Treffen der Penzberger Vereine findet nach einem guten halben Jahr erneut große Aufmerksamkeit. Die beiden Vorsitzenden der „Kulturgemeinschaft Penzberg e.V.“, Tom Sendl und Monika Uhl, führen durch den Abend und erinnern eingangs an die Ergebnisse des Zusammenkommens im Oktober: Die finanzielle Unterstützung ist bedingt durch die städtische Haushaltsnot eingebrochen und die Stelle zur Ehrenamtsförderung entfallen, eine gemeinsame große Veranstaltung der Vereine und ein gemeinsamer digitaler Auftritt wären wünschenswert.

Für zwei der vier Punkte aber sind in Selbsthilfe zwei große Projekte entstanden. Das „Familiennetzwerk Penzberg“, ein loser Zusammenschluss aus Institutionen und Vereinen, organisiert seit dem letzten Treffen für den 10. Oktober dieses Jahres einen „Markt der Möglichkeiten“. Alexandra Wielander von dem in diesem Jahr federführenden Verein „Familienkosmos e.V.“ stellt den Stand der Vorbereitungen vor und lädt zur Teilnahme ein. Anschließend hat Moritz, ein Praktikant der Firma von Monika Uhl, das Wort: Im Auftrag der Kulturgemeinschaft hat er eine neue, KI-unterstützte, digitale Plattform programmiert. Leichthändig klickt er sich in einer von 11 Sprachen durch das Angebot von „mein Penzberg“.

Mit diesem neuen Tool kann, wer neu in die Stadt kommt, für die eigenen Interessen das passende Angebot aufspüren, kann als Verein für ein Vorhaben den richtigen Raum finden oder auch Anfragen und Ideen platzieren. Um keine Parallelstrukturen entstehen zu lassen, wird zum Veranstaltungskalender der Stadt verlinkt. Utta Pollmeier von der „Koordinierungsstelle für Bürgerengagement“ (KOBE) im Landkreis, hat eingangs dessen Angebote vorgestellt und ermutigt dazu, auch in den Landkreis hinein Links zu schaffen. Eine Diskussion des Publikums in kleinen Arbeitsrunden erbringt zu beiden Projekten etliche Anregungen und zeigt konkret, wie gemeinsam Vorhaben vorangebracht werden können.

Erst gegen Ende des Abends äußern sich auch der Erste und der Zweite Bürgermeister zur gemeinsamen Arbeit der Vereine. Thomas Kopf, der sowohl von Kulturamtsleiter Thomas Kapfer als auch vom Vereinebeauftragten Josef Sieger an diesem Abend begleitet wird, sagt zu: „Es geht nicht allein um die Euros, die man verfügbar macht, es geht um die Tore, die man aufmacht. Von der Stadt aus werden wir die Vereine unterstützen, wo es geht, auch wenn der Geldbeutel wenig hergibt.“ Hardi Lenkt erinnert dabei ganz konkret an das Aufstellen des Maibaums: „Da haben wir auch alle zusammengeholfen.“ Treffend fasst Monika Uhl am Ende in einem Dank an alle Vereine zusammen: „Ihr seid sichtbare Solidarität“.
Am 6. Juli 2027 will man wieder zusammenkommen.

4. Juli 2026

Große Sommerparade in Nantesbuch

Und nun mitten in der Natur: Wer Fotos und Filme von den Paraden gesehen hat, die Marinella Senatore überall auf der Welt veranstaltet, erinnert sich an enge Altstadtgassen oder breite Boulevards, durch die Menschen sich tanzen, singen, wiegen, musizieren, purzelbaumen. Seit vierzehn Jahren bringt die quirlige Italienerin mit ihrem Projekt „The School of Narrative Dance“ in Workshops Menschen zusammen, versetzt Körper in Bewegung, lässt Klänge erschallen – um schließlich alle Einzelausdrücke zu einem großen gemeinschaftlichen Kunstwerk zusammenzuführen. Solch eine Parade hat nun mitten in den grünen Wiesen zwischen den beiden Gütern der Stiftung „Kunst und Natur“ in Nantesbuch stattgefunden. Dreihundert Menschen haben mitgewirkt, fünfhundert sind dazugekommen.

An dem bunten Zug, der an diesem Samstagnachmittag zwei Stunden bei strahlender Sonne der Musik von den Tönen einer Marchingband bis zu den Arien einer Sängerin folgt, beteiligen sich auch Gruppen aus Penzberg: die Fahne der Bergknappen ist immer weithin sichtbar, die Gruppe „Samba Batedura“ beschwingt das Publikum, unsere Trachtenvereine zeigen traditionelle Tänze, während blau gekleidete Laientänzer Modernes improvisieren. Immer wieder stoppt das lange Band, welches sich hügelan Richtung „Langes Haus“ zieht, um sich am Wegesrand ins Zusehen und Hinhören zu versenken: Hier erhebt sich zur Blasmusik langsam eine Yogagruppe aus dem hohen Gras, da tanzt zu den Tönen von Panflöten eine kleine Ballettgruppe, dort peitschen die Goaßlschnalzer, mal kreiseln Kinder, mal hechten Kampfsportler, mal ist Gesang zu hören, mal der Klang von Alphörnern.

Immer wieder neue artistische Einlagen lösen einander ab, eine kleine Gruppe begleitet mit atemberaubenden Sprüngen und Klettereinlagen den Zug, bis irgendwann Gut Karpfsee erreicht ist. Auf einer der für die Künstlerin typischen kleinen Bühnen tritt eine ukrainische Gruppe auf, sie tanzt vor den Worten „Dance first, think later“. Und dann spricht sie selbst, dankt allen Mitwirkenden, freut sich am Jubel – und ruft auf zum gemeinsamen Tanz. Niemand bleibt da unberührt, niemand stumm und steif. Es ist eine einzige große wogende Freude. Einmal mehr hat Marinella Senatore Einzelne, lose Gruppen und Vereine in großer Gemeinschaft vereint – in einem künstlerischen Ereignis voll politischer Bedeutung. Der Stiftung „Kunst und Natur“ verdanken alle, die dabei waren, eine ganz besondere Erfahrung.

4. Juli 2026

Erster Penzberger Kunsthandwerkermarkt – eine attraktive Belebung der Innenstadt

Einem Antrag der Grünen, der im Oktober 2025 vom Stadtrat einstimmig angenommen wurde, ist es zu verdanken, dass an diesem sommersonnenwarmen Juli-Wochenende der Stadtplatz von einem prächtigen Kunsthandwerkermarkt belebt wird. Etwa vierzig Aussteller sind angereist, um eine breite Palette an teilweise in uralter Tradition hergestelltem Handwerk anzubieten: Da hängen fein gearbeitete Blaudruck-Röcke an einem Ständer, werden über dem offenen Feuer Gartenstäbe geschmiedet, stehen dekorative Töpfertassen zur Auswahl und werden Schmuckunikate angeboten. Unsere hohen Stadtplatzbänke, die zu dieser Jahreszeit überreich blühen, dienen als willkommene Ausstellungsfläche: Eine liegt voller bunter Patchworkkissen, eine andere ist mit Beet-Steinen dekoriert.

Die Kastanien bieten nach Jahren langsam schon ein wenig mehr Schatten, darunter stehen Bierbänke, nahebei die Wagen mit Speisen und Getränken. Das alles wird hervorragend angenommen. Wer die Karlstraße hinuntergeht, kann an den Autokennzeichen sehen, bis von woher die Leute kommen, manche bis aus Österreich. Das tut nicht allein unserer Innenstadt gut, das freut auch viele, die hier leben. Im Vorbeigehen schnappt man einen vielsagenden Kommentar auf: „Davon könnte Penzberg mehr brauchen, das ist mal ein richtig attraktives Angebot für unsere Stadt! Und morgen ist gleich auch noch ein verkaufsoffener Sonntag dabei.“ Ein großer Dank an die Grünen für diese gute Idee! Und ein großer Dank an unsere Verwaltung, dass sie gleich mit dem Veranstalter alles umgesetzt hat!

30. Juni 2026

Auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt - erste Fahrradstraße beschlossen

Die Geschäftsordnung, die sich der neue Stadtrat an diesem Abend gibt, wird gleich in derselben Sitzung bereits befolgt: Künftig gilt, dass bei Anträgen aus den Fraktionen deren Wortlaut zur Abstimmung stehen soll, nicht mehr eine von der Verwaltung vorab schon bearbeitete Fassung. Ein langes Diskutieren darüber, was wohl ursprünglich gemeint gewesen sein könnte und stattdessen zum Beschluss steht, wird damit nicht mehr nötig sein. Anwendung findet die neue Regelung auf einen Antrag, den PM und Grüne gemeinsam im Januar eingebracht haben: Die Alpenstraße soll als eine Hauptverbindungsstrecke zwischen Steigenberg und Zentrum zur Fahrradstraße werden, ausgestattet mit Vorfahrtberechtigung.

Zum Zeitpunkt der Antragstellung ahnte niemand, dass schon ein halbes Jahr später die erste Sichtung der 169 Maßnahmen des Mobilitätskonzepts beim Verein „Penzberg gestalten e.V.“ in Bürgerhand liegen würde. Nun wird die Maßnahme 103, die aus Sicht der beiden beantragenden Fraktionen am einfachsten umsetzbar ist, als eine der ersten zur Realisierung bestimmt. Zwar gibt es da noch einen Pferdefuß: Im Haushalt 2026 wird für die Umsetzung kein Geld mehr einstellbar sein, und für die kommenden Jahre ist äußerste Sparsamkeit angesagt. Die Entscheidung, wann das Vorhaben auch tatsächlich Wirklichkeit werden kann, ist im Rahmen der Haushaltsberatungen noch zu beleuchten. Aber die Absicht steht fest.

Für PM hat der Beschluss noch weiterreichende Bedeutung: Vor sechs Jahren, am 6. Juli 2020, haben wir einen Antrag auf Aufnahme in den „Arbeitskreis Fahrradfreundliche Kommune“ (AGFK) gestellt. Dieser wurde im Oktober 2020 angenommen, doch dann kam Corona, und die Bereisung fand aufgrund eines gewissen Staus erst am 14. Oktober 2022 statt. Die Aufnahme in den AGFK wurde ausgesprochen, blieb jedoch vorläufig, solange von uns als Stadt nicht auch ein Mobilitätskonzept vorlag. Seit dem Beschluss vom 29.07.2025 gibt es dieses, inklusive eines Radverkehrskonzepts. Mit der Umsetzung einer der insgesamt 71 Maßnahmen, die für den Radverkehr mehr Sicherheit und Komfort bringt, kommen wir der endgültigen Aufnahme nun einen ersten Schritt näher. Penzberg begibt sich auf den Weg, zur fahrradfreundlichen Stadt zu werden. Gut Ding braucht Weile.

29. Juni 2026

Richtfest und Einweihung der neuen städtischen Kita „Urmel-Kinderhaus“

Am Vormittag noch haben Gerüste in der großen Eingangshalle der neuen städtischen Kita gestanden, am frühen Nachmittag füllen Blumen und festlich gekleidete Gäste den Raum. Während draußen dumpfe Hitze drückt, weht drinnen ein angenehmes Lüftchen quer durch: Licht und leicht wirkt dieses große Gebäude, offen und großzügig. Nachdem Hardi und Hannes Lenk oben vom Dach aus das ausgefallene Richtfest nachgeholt haben, begrüßt Bürgermeister Thomas Kopf im Foyer die große Schar aller, die da mitgewirkt haben seit den ersten Planungen im Jahr 2019. Er freut sich darüber, dass drei Kita- und vier Krippen-Gruppen unter einem Dach mit der Frühförderung untergebracht sind, womit geradezu ein „Kompetenzzentrum in Sachen Kinderbetreuung“ entsteht. Am Ende ist es mit 14,4 Mio. Euro Baukosten – mitgetragen von der Regierung von Oberbayern und dem Bayerischen Staat - auch über eine Million Euro unter der Kalkulation geblieben.

Auch Architekt Michael Laubender freut sich, ist doch ein Massivholzgebäude entstanden, bei dem nur das Nötigste in Beton gegossen wurde. Damit ist nicht allein dem Klima gedient, indem CO2 im Holz gebunden bleibt, auch Raumgefühl und Haptik bieten kleinen und großen Menschen, die sich hier aufhalten, ein Lebensumfeld von höchster Qualität. Gestalterisch hatte er durchaus im Auge, dass das Gros der Nutzer nicht größer ist als einen Meter – für sie beginnen viele Fenster direkt über dem Boden. Wie er bedankt sich nach der Schlüsselübergabe an Einrichtungsleiterin Ramona Frick auch die Geschäftsführerin der „Kinderhilfe Oberland“ bei allen Beteiligten, unter anderem dem neu gegründeten Förderverein. Abschließend verfährt Pfarrer Julian Lademann in seiner Ansprache nach dem Motto „Lieber Gott, segne flott!“, betont aber doch, dass in dem besonderen Umfeld Kinder aufmerksam und achtsam ihre Begabungen zu entfalten lernen könnten.

Etwa 125 Kinder werden dafür hier die Chance haben, immer begleitet von einem der Kinderfreunde schlechthin, dem Urmel. Der in Penzberg lebende Urenkel von Käthe Kruse, Uwe Geissler, hat geholfen, das Namensrecht für die berühmte Figur von Max Kruse zu erhalten. Als die Gästeschar sich über das Gebäude verteilt und angeregte Gespräche erstes Leben in die Räume bringen, hat sicher mancher noch den schönen Spruch von Hannes Lenk hoch oben auf dem Dach im Ohr: „Durch das Gebäude soll schallen der Kinder Lachen, die Zeit hier soll sie zu glücklichen Menschen machen!“ Dafür könnte der Rahmen nicht schöner sein.
Photo: Uwe Geissler

28. Juni 2026

„An den Eichen“ – eine von 199 Stationen im Jubiläumsjahr der „Architektouren“

Trotz der schon früh brütenden Hitze finden sich an diesem Sonntagvormittag etwa 30 Interessierte im städtisch errichteten Quartier „An den Eichen“ ein, um an einer Führung durch das Areal und eine der 149 Wohnungen teilzunehmen. Wie jedes Jahr am letzten Juniwochenende finden überall in Bayern die von der Bayerischen Architektenkammer – heuer zum dreißigsten Male! - veranstalteten „Architektouren“ statt. Unter den für dieses Jahr ausgewählten 199 Beispielen für qualitätvolles und klimakulturkompetentes Bauen findet sich unser 2025 fertiggestelltes Areal als Nr. 40 im Programm-Booklet.

Das Münchner Büro „H2M Architekten“ ist in doppelter Besetzung anwesend und führt die Gruppe mit mehr als 25 Besucherinnen und Besuchern anhand von Plänen in die Anlage mit ihren sieben Baukörpern ein. Die Hanglage stellte die Planung vor einige Herausforderungen, sollten doch auch Tiefgaragen Platz finden und zwischen den Gebäuden Aufenthaltsbereiche geschaffen werden. Gemäß aktuellen Zielen von Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit schlug man für den Bau eine Holzhybridbauweise vor, bei der erst ein Beton-Skelett errichtet wird, um es später mit parallel in der Werkstatt gefertigten Holzelemente auszubauen.

Bei der Besichtigung kann man sich von der hochwertigen Ausstattung des bezahlbaren Wohnangebots überzeugen: Eichenparkett und hochwertige Holz-Alu-Fenster bestimmen das Bild innen, außen sorgt eine klimaresiliente Eichenart für wachsenden Schatten auf Flächen, die bis auf die für Rettungszwecke freizulassenden Plätze durchgängig begrünt sind. Energetisch ist das Areal mit Dach-PV-Anlagen zur Lieferung von Mieterstrom ausgestattet, die Wärme bezieht es aus dem stadteigenen Fernwärmenetz. Die Unterbringung von Fahrrädern und Müll in gemeinschaftlichen Räumen schafft Platzgewinn an anderer Stelle.

Den für die Gemeinschaft geschaffenen Raum bewirtschaftet und verwaltet der Verein „Familienkosmos“, der an anderer Stelle einem Hort Platz machen musste: Hier werden Kinder in ehrenamtlicher Arbeit gemeinsam betreut und viele Formate für Kinder und Eltern angeboten. Damit wird das soziale Wohnbauprojekt durch die für Penzberg so typische tragende Vereinsarbeit auch sozial im bestmöglichen Sinne begleitet, offen für alle. So hat am Ende eine Notlage für das seit über dreißig Jahre an der Winterstraße ansässig gewesene Familienzentrum zu einer ungeplanten zusätzlichen Qualität „An den Eichen“ geführt.

21. Juni 2026

Eine lange Kette der Ausbildungsberufe – und ein gutes Netz der Zusammenarbeit

Dass die Köpfe von vier Landkreisen unter einem Pavillon zusammenstehen, kommt gar nicht so oft vor. An diesem sommerwarmen Sonntagvormittag haben sie sich im „Freilichtmuseum Glentleiten“ nicht allein eingefunden, um dessen 50jähriges Bestehen zu feiern, sondern auch ein Zeichen für ihre seit zehn Jahren eng bestehende wirtschaftliche Zusammenarbeit zu setzen. Seit ihrem Beginn, ihre Ausbildungsbetriebe auf einer gemeinsamen Plattform zu listen, sind weitere 22 Landkreise hinzugekommen, gemeinsam bildet man ein großes, inzwischen vorwiegend digital organisiertes Netz. So wird für künftige Fachkräfte gesorgt.

Zur Feier des Tages will man einen Weltrekord aufstellen und die längste Menschenkette mit unterschiedlichen Ausbildungsberufen bilden. Am Ende werden es fast achtzig verschiedene Professionen sein, vertreten von über 130 Menschen, die ein langes Band quer über eine Alm des Museumsgeländes bilden. Unter ihnen sind etliche Bürgermeister, auch Kreis- und Gemeinderatsmitglieder sowie Vertreter aus Schulen, Betrieben und Innungen. Der neue Landrat des Landkreises Weilheim-Schongau, Dr. Johann Bertl, hält den Ort für besonders passend, würden doch hier außer alten Gebäuden und Lebensweisen auch alte Handwerke vorgestellt: „Doch früher war es die Herkunft, die über die Zukunft bestimmte. Heute dagegen sind es die Schul- und Berufsbildung.“ Gute Ausbildungen seien für den einzelnen Menschen wichtig, genauso aber auch für die Wettbewerbsfähigkeit einer gesamten Region.

Die Fäden dafür, nach der Schule die eigenen Zukunftsperspektiven einnorden zu können, laufen in Penzberg zusammen. Diesem besonderen Tool, welches Schulabgänger und Betriebe zueinander führt, kommt in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels immer mehr Bedeutung zu. Zusätzlich wird damit auch seit zehn Jahren ein Netz der Zusammenarbeit gepflegt, welches von uns als Stadt gute Anknüpfungspunkte für noch mehr bieten könnte: Vor ein paar Jahren sagte man noch, die Digitalisierung werde Wandel bedeuten. Heute erleben wir, wie mit rasender Geschwindigkeit die Künstliche Intelligenz Arbeit verändert. Es braucht einen Runden Tisch, an dem man dies bewertet und gegebenenfalls für die Region eine wirtschaftliche Neuausrichtung findet. Das Netz für solche Beratung ist bereits da.

20. Juni 2026

Musik – ein Tor zur Gemeinschaft und ein Tor zur Welt

Im „Metropol“ findet an diesem Samstagabend ein bemerkenswertes Benefizkonzert statt: über zwanzig junge Menschen haben sich zusammengetan, um für drei junge Frauen aus ihrer Runde den Start in ein freiwilliges soziales Jahr zu begleiten. Die dabei erhofften Spenden sollen deren Aufbruch ins Ausland bahnen. Zwei Stunden unterhalten sie den vollbesetzten Saal mit einem aus aller Herren Länder zusammengestellten Programm unterschiedlichster Musikrichtungen, auch eine Tanzeinlage wird dabei geboten.

Kurz vor der Pause gibt ein Vortrag der drei Abiturientinnen Überblick über die Projekte in Ecuador, Peru und Frankreich. In den beiden südamerikanischen Ländern geht es um die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, sei es als Begleitlehrkraft in der Schule oder beim Mitwirken in einem Jugendzentrum. In Paris dagegen wird eine der drei jungen Frauen für den Verein „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ an der Holocaust-Forschung und der Aufklärung von Kriegsverbrechen mitwirken. In allen drei Ländern freilich ist außer der ehrenamtlichen Arbeit ebenfalls geplant, an landesüblichen kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen und nicht zuletzt im Sinne der Völkerverständigung auch als Botschafter unseres Landes unterwegs zu sein. Eine Herausforderung, solch ein Auslandsjahr.

Eine Herausforderung freilich auch an die finanziellen Mittel eines jungen Menschen. Viele Freundinnen und Freunde des Jahrgangs waren da bereit, ein Benefizkonzert mitzugestalten. Unterstützt wurden sie hierbei von der Musikschule. Man genießt an diesem Abend nicht nur ein Konzert: Man sieht, dass Musik junge Menschen verbindet und sie sogar dabei begleiten kann, einen Schritt in die weite Welt zu tun. Das ist auch eine Botschaft an uns als Stadt: Indem wir Musik fördern, unterstützen wir, dass unsere Kinder und Jugendlichen einen Sinn für Gemeinschaft ausbilden, an den sie überall in der Welt anknüpfen können.

16. Juni 2026

Bürgerbeteiligung beim Mobilitätskonzept: „Penzberg gestalten“ kann loslegen

Haushaltspolitisch stecken wir in einer schwierigen Lage, und immer mehr Aufgaben stoßen in der Verwaltung auf eine dünne Personaldecke. Schon im letzten Jahr zeichnete sich ab, dass eine Reihe von Bürgerinnen und Bürgern in dieser Situation zu helfen bereit ist: In der Stadtratssitzung im Juli 2025 wurde ein interfraktionell eingereichter Antrag des Seniorenbeirats auf inhaltliche Vorbereitung anstehender Projekte einstimmig angenommen, im Dezember kam es zu einer ersten, mit der Verwaltung gemeinsam vorbereiteten öffentlichen Auftaktveranstaltung, Ende Januar 2026 wurde der Verein „Penzberg gestalten e.V.“ gegründet – und jetzt startet ein erstes konkretes Projekt.

In diesem Verlauf steckt eine große Dynamik. Sichtbar wird allein durch die Geschwindigkeit, mit der die Initiative sich aus dem Seniorenbeirat heraus entwickelt hat, wieviel Engagement und Kompetenz bereitstehen. Beides nutzen zu können, stellt nicht nur eine neue Ressource für die Stadtverwaltung dar, die sich ganz unverhofft auftut. Sie stellt auch eine positive Antwort dar auf Fragen und Folgen, die der demografische Wandel mit sich bringt. Bereits im Juni startete der Verein einen kostenlosen Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, selbst organisiert nach einem erprobten Vorbild in Vaterstetten. Jetzt lag in der Sitzung des Bauausschusses ein neues Projekt den Stadtratsmitgliedern vor.

Diesmal geht es um das Mobilitätskonzept der Stadt Penzberg, welches im Juli 2025 vom Stadtrat beschlossen wurde. Der Verein hat die darin enthaltenen 169 Maßnahmen gesichtet und sich zunächst um eine besser überschaubare Darstellung bemüht. Im nächsten Schritt will er sich einzelnen Themenfeldern widmen und hierzu Vorschläge zur Priorisierung erarbeiten. Das Ergebnis geht zurück an die Verwaltung und wird dort auf Erfordernisse an Kosten und Zeit untersucht, ehe es weitergereicht wird an den Stadtrat. Damit wird der nach dem Beschluss vom Juli als nächstes notwendige erste und arbeitsintensivste Schritt der weiteren Bearbeitung an den Verein delegiert: Das ist Bürgerbeteiligung im besten Sinne!

Für unsere Stadt ist dies ein bedeutungsvoller Moment. In einem klar geordneten Verfahren nutzen wir in einer Zeit, in der es auf vielfältige Weise eng wird für unsere Kommunen, die Kraft des Ehrenamts. Gleichzeitig leisten wir dadurch, dass ehrenamtlich Engagierte sich tief auf städtische Projekte einlassen, alle zusammen einen essenziellen Beitrag zum Erhalt der Demokratie. Denn hier kann man mitarbeiten, hier kann man sich mit kommunalpolitisch Interessierten vernetzen, hier werden Transparenz und Teilhabe gelebt.

14. Juni 2026

Zehn Jahre „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“: ein Fest und ein Statement

Im Foyer unseres Penzberger Museums finden bei der Eröffnung der Geburtstagsfeier gar nicht alle Gäste Platz. Was aber Bürgermeister Kopf zur Begrüßung nach den beschwingten Saxophon-Tönen von Thomas Bouterwek erklärt, das ist spürbar bis an die Gehsteigkante: Kunst und Kultur sind Ergebnis gemeinschaftlichen Engagements, schaffen Zusammenhalt und stiften Identität. Das Team im Haus hat mit selbst gebackenem Kuchen, kleinen und großen Blumensträußen, Luftballons und Girlanden alles für ein Geburtstagsgartenfest stimmungsvoll arrangiert. Und alle, die feiern, haben sich zum „Dresscode Blau“, der dem Thema der Sonderausstellung „Campendonk malt Blau“ folgt, etwas einfallen lassen.

Thomas Kopf benennt sehr offen das Problem des finanziellen Drucks, der auf den Kommunen allgemein und eben auch unserer Stadt schwer lastet: „Es ist unsere Aufgabe, einen verantwortungsvollen Umgang mit den uns nur noch zur Verfügung stehenden Mitteln zu finden. Aber: Kultur ist kein Luxus. Mehr denn je brauchen wir sie heute angesichts aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen.“ Er verweist auf die Bedeutung des ursprünglich lateinischen Worts und damit abstrakt auf die Pflege von Werten, Verhaltensformen und Geschaffenem, während nachfolgend die kommissarische Museumsleiterin Anne Götzelmann dies konkret in Zahlen fasst: In den vergangenen zehn Jahren habe man 115.000 Besucherinnen und Besucher in 32 Sonderausstellungen über verschiedenste kulturelle Themen informieren können, ob zu Sport, Geschichte oder Kunst.

Den Kern des Hauses aber bietet die Sammlung der Werke von Heinrich Campendonk (1889-1957). Den großzügigen Dauerleihgebern wird an diesem Nachmittag ebenso gedankt wie der langjährigen Museumsleiterin Gisela Geiger, die viele Jahre lang mit Diana Oesterle als wissenschaftlicher Assistentin interdisziplinär angelegte Forschungsprojekte betrieben hat. Der „Freundeskreis Heinrich Campendonk e.V.“ schenkt dem Museum zur Feier des Tages eine Sammlung von Rahmen. Und am Ende wird das Haus selbst zum Thema, als Architekt Thomas Grubert nacheinander zwei große Gruppen durch das Gebäude führt und erklärt, was sich auch hinter, unter und über den Wänden alles an unterstützender Technik verbirgt, im Dienste der Kunst. Eine Besucherin, die zu einem mehrtägigen Geschäftsbesuch vor Ort ist, staunt: „Was für ein bemerkenswertes Haus! Was habe ich in diesen Stunden nicht alles gelernt!“ Ja, wir dürfen uns freuen über unser Museum, es lebt von unser aller Engagement.

8. Mai 2026

Der neue Stadtrat tritt zusammen:
mit dem Bürgermeister neun neue Gesichter!

Die neue Amtszeit nach der Kommunalwahl wird an diesem Abend feierlich eingeleitet und mit großem Interesse gewürdigt: die Sitzreihen sind voll besetzt, und entlang der Wände steht man Schulter an Schulter. Ein Streichquartett der Musikschule eröffnet den Abend, dann spricht Pfarrer Julian Lademann, auch im Namen von Pfarrer Holz und Imam Idriz. Dabei nimmt er Bezug auf die eigens für diese Wahl gestartete Initiative „Unser starkes Kreuz für die Demokratie“, mit der die Evangelische Kirche darum warb, die Demokratie durch Wählen oder gar eigenes Kandidieren zu unterstützen.

Der Amtseid wird unserem neuen Bürgermeister anschließend vom neuen Stadtrat Holger Greufe (AfD) abgenommen, da nach der Gemeindeordnung dem ältesten Mitglied des Gremiums diese Aufgabe zukommt. Ausgestattet mit der Amtskette hält Thomas Kopf seine Antrittsrede, bei der er die Aufgaben, vor denen die Stadt steht, für genauso groß hält wie andererseits aber auch die Kraft des Zusammenhalts, welche die Bürgerschaft immer wieder bewiesen habe. Die Stadt trage die besondere Fähigkeit zum raschen Wandel in sich, und ihr Bekenntnis zur Demokratie wolle er auch vom Rathaus aus unterstützen: „Ich wünsche mir, dass dieser Stadtrat ein Ort wird, an dem es nicht darum geht, die eigene Meinung durchzubringen, sondern darum, zu verstehen, warum das Gegenüber eine andere Meinung hat.“ Auf diese Weise gelange man zu einem Konsens, der dem Wohl der Stadt diene.

Nach der Vereidigung der neuen Stadträte, werden in geheimer Wahl der Zweite und der Dritte Bürgermeister bestimmt: Hardi Lenk (SPD) und Dr. Georg Kurz (Bündnis 90/Die Grünen) stehen Thomas Kopf fortan zur Seite. Wir gratulieren beiden herzlich zu ihrer Wahl. Nach der Vereidigung auch dieser beiden neuen Amtsträger findet sich das neue Gremium vor dem Rathaus zu einem Gruppenfoto ein. Und danach kann die politische Arbeit nach dem Trubel der Vorwahlzeit nun endlich wieder Fahrt aufnehmen. Die Ausschüsse werden noch besetzt, und für nächste Woche sind schon fast alle Abende mit Terminen belegt.

8. Mai 2026

Für Freunde des Jazz inzwischen ein feststehender Termin: die „Penzberger Jazztage“

Zum vierten Mal gibt es sie, die „Penzberger Jazztage“. Was einmal im Rahmen des Stadtjubiläums 2019 begonnen hat, steht seit 2022 im festen Zweijahresrhythmus in den Kalendern von Jazz-Freunden nah und fern. In unserer relativ jungen und in stetem Wandel befindlichen Stadt hat eine Kunst ihren Ort gefunden, die in einer schönen Parallele ebenso auf festen musikalischen Wurzeln fußt und in intuitiv geteilter Improvisation aufblüht. Dabei stehen bereits lange bekannte Größen des Jazz in Penzberg ebenso auf der Bühne, wie Newcomern ein Rahmen geboten wird. Für diesen guten Mix sorgt ein schon seit vielen Jahren zusammenarbeitendes Konzerte- und Festivalteam. So hebt denn auch am ersten Abend Gitarrist Philipp Schiepek neben dem Klangraum des neuen alten „Metropol“ die beeindruckende Gruppe hervor, die er in den Stunden vor dem Konzert bei den gemeinsamen Vorbereitungen kennengelernt hat.

Eröffnet wird die erste der insgesamt vier Veranstaltungen an diesem Wochenende von dem - wie KunstZechen-Vorsitzender Thomas Grubert sagt - „niegelnagelneuen“ Bürgermeister Thomas Kopf. Dieser, nebenher selbst erfahrener Musikschaffender, freut sich besonders darüber, dass in unserem Kulturquartier mit dem Festival eine Musikrichtung gefeiert wird, die eine urdemokratische sei – finde doch innerhalb gemeinsamer Regeln zwischen den einzelnen Instrumenten permanent ein sich gegenseitig wertschätzender Austausch individueller Positionen statt. In einer leichten Abwandlung des bekannten Bonmots von Thelonious Monk endet er seine kurze Ansprache mit dem Hinweis, „über Jazz zu reden ist wie über Architektur zu tanzen“ und gibt die Bühne frei an das „Philipp Schiepek Trio“ mit Henning Sieverts am Bass und Bastian Jütte am Schlagzeug, die vom ersten Moment an das Publikum mit einem teilweise geradezu filigranen Zusammenspiel begeistern.

1. Mai 2026

Großartiges Maifest und ein „wunderbarer Auftakt für eine Amtszeit“

Solch ein Maifest hat Penzberg lange nicht gesehen: Um halb zwölf Uhr mittags formiert sich ein bereits stattlicher Festzug, angeführt von der Stadt- und Bergknappenkapelle, gefolgt von Stadtratsmitgliedern und Vereinsvertretungen und dann natürlich dem Gespann mit dem 36 m langen Maibaum. Der war am Tag zuvor auf Gut Hub gefällt und ab dem späten Nachmittag unter den Augen eines interessierten Publikums geschepst und geschmückt worden. Spät abends war das helle Arbeitslicht vom warmen Schein der riesengroßen Feuerschale abgelöst worden, bis die meisten doch das eigene warme Zuhause suchten - während der Baum der Tradition gemäß die Nacht über gut bewacht wurde.

Am nächsten Mittag landet er denn auch unbeschadet an der Stadthalle, und mit der Zeit sammeln sich gewiss um die 1000 Menschen, die dem Aufrichten zusehen. Es ist ein riesengroßes wundervolles Fest – veranstaltet nicht von der Stadt, sondern einer großen Gruppe von sieben Vereinen, die sich dafür zusammengetan haben: Jungritter, Birkenstoana, AC Bayrisch Fels, d‘Loisachtaler Maxkron, OK Penzberger Fasching, Berg- und Wasserwacht. Viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben sie in diesen Tag investiert und teilen sich am Ende – abzüglich einer Spende für einen wohltätigen Zweck - den Gewinn. Dieses Engagement hebt denn auch unser neuer Bürgermeister Thomas Kopf hervor.

Für ihn könnte der Rahmen des Amtsantritts nicht schöner sein, wie er bei seiner allerersten Ansprache sagt: „Diese gelebte Solidarität ist es in meinen Augen, die Penzberg ausmacht. Denn das gesellschaftliche Leben ist hier seit jeher geprägt von der Kraft der Vereine. Das macht einen stolz. Und das ist für mich ein wunderbarer Auftakt in meine Amtszeit. Dafür meinen ganz großen Dank an alle Mitwirkenden!“. Alle, die wir diesen Tag genossen haben, können wir uns diesem Dank nur von ganzem Herzen anschließen.

© Foto: Uwe Geissler

30. April 2026

Moore und Wasser beim "Klimafrühling"

Alle zwei Jahre gibt es diese große landkreisübergreifende Veranstaltung, 2018 initiiert von der Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“. In diesem Jahr sind es 170 Termine, die zwischen Schongau und Miesbach stattfinden, mitgetragen von unzähligen Vereinen und Einrichtungen. Hier vor Ort liegt dieses Mal einer der Schwerpunkte auf der besonderen Landschaft, in die unsere Stadt eingebettet ist, ist doch Penzberg mitten ins Moor gebaut. Der Eingriff des Menschen in solchen Naturraum bewirkt nicht nur eine besonders hohe Emission von Treibhausgasen, sondern hat auch Rückwirkung auf den Wasserhaushalt.

Einen ersten Einblick in die Wasserthematik lieferte am 18. April die in der voll besetzten Stadthalle gebotene Multimediashow „Das Wasser der Alpen“, die der „Deutsche Alpenverein“ mit seinen beiden Sektionen Tutzing und Neuland gemeinsam mit dem Fotografen Bernd Ritschel organisiert hatten. Gemeinsam mit Christian und Felix Neureuther hatte er das gesamte Alpengebiet in den Blick genommen und bei aller Schönheit von Bergseen und Wasserfällen durchaus auch das immer größer werdende Problem „Wassermangel“ betrachtet. Viele Hütten müssen deshalb bereits zeitweise schließen.

Weiter ging es am 24. April im ebenfalls voll besetzten Barbarasaal mit dem Vortrag „Bayerns Wilde Moore“, den das Autorenteam Christopher Meyer und Niklas Banowski hielt. Viele der gezeigten Bilder stammten vom Penzberger Biologen und vielfach prämierten Naturfotografen Konrad Wothe. Hier wurde der Unterschied zwischen Nieder- und Hochmooren erklärt: Niedermoore gehen auf das Abschmelzen von Gletschern im Voralpenland zurück, deren Wasser aufgrund einer undurchlässigen Ton-/Lehmsohle nicht abfließen konnte. Unter Wasser befindliches abgestorbenes Pflanzenmaterial wird konserviert. Dagegen verdanken sich Hochmoore dem Wasser, welches von oben kommt und im Moorkörper zurückgehalten wird. Sie bauen sich auf Niedermooren auf und wachsen ca. einen Millimeter pro Jahr.

Tatsächlich betrachten kann man das an diesem Donnerstagnachmittag bei einer „Klimafrühling“-Begehung des Naturschutzgebiets „Schechenfilz“ mit den Landkreis-Moormanagerinnen Lisa Schwarz und Isabell Bablitschko. Sie nehmen nach einer Wanderung über einen langen Bohlenweg eine Bohrung vor durch etwa 5 m Hochmoortorf und dann weitere 2 m Niedermoortorf bis hinunter auf die Seetonschicht. Wenn da mit dem Ausgestochenen etwa 10.000 Jahre Erdgeschichte vor einem liegen, wird man schon ehrfürchtig. Dass hier die obere Schicht nicht degeneriert ist, verdankt sich allein den 400 Dämmen, die man seit 2015 in die 170 ha große Fläche eingezogen hat. Alles drum herum liegende trocken gelegte Gebiet hingegen entlässt dauernd Treibhausgase.

Drainagierte Moorböden sinken permanent ab, gasen permanent aus und nehmen auch kein Wasser mehr auf. Moorschutz und Renaturierung sind drängende Themen, deshalb müssen wir uns als Stadt auch bemühen, dass die Moore um Penzberg herum erhalten oder renaturiert werden. 

28. April 2026

Jährliches Mordnacht-Gedenken mit Enthüllung einer Gedenk-Skulptur

Wie jedes Jahr am 28. April sammeln sich kurz vor 18 Uhr Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder aus Stadtverwaltung und Stadtrat, Geistlichkeit sowie die Stadt- und Bergknappenkapelle vor den Ehrengräbern auf dem städtischen Friedhof. Leise, andächtig. Kurz wird aufgespielt, dann werden in schweigendem Gedenken die Kränze für die sechzehn Menschen niedergelegt, die 1945 kurz vor Eintreffen der Amerikaner noch hinterhältig ermordet wurden. Dieses dunkle Stück Geschichte wird immer auf der Stadt lasten.

In vielen Jahren hat die Stadt dem Gedenken immer wieder neue Facetten hinzugefügt, damit nicht mit zunehmender zeitlicher Distanz womöglich das Geschehen in Vergessenheit gerät. Denn es verdienen nicht nur die Opfer die Erinnerung, es erfordern auch politische Veränderungen unserer Zeit die fortwährende Mahnung des „Nie wieder!“. In einer Zeit des wachsenden Rechtsextremismus sei die Demokratie bedroht und ein Nachlassen der Wachsamkeit unverzeihlich, so erklärt Bürgermeister Stefan Korpan bei seiner Ansprache, die dieses Mal im Museum stattfindet. Tom Sendl führt als Erster Vorsitzender der „Kulturgemeinschaft Penzberg e.V.“ danach aus, dass künftig zum bereits bestehenden Erinnerungsraum im Museum noch eine Gedenk-Skulptur hinzukomme. Nach der sicherheitsbedingten Fällung der Mordnacht-Linden im Stadtzentrum hatte nach einem Stadtratsbeschluss der Verein einen Wettbewerb ausgelobt, aus dem eine Arbeit des Penzberger Bildhauers Albert Fiedler als Siegerentwurf hervorging.

Als nach Ansprachen und Musikeinlagen schließlich die große Gruppe der Teilnehmenden aus dem Museumsfoyer nach außen tritt, um der Enthüllung beizuwohnen, zeigt sich in den berührten Minen, warum diese Skulptur gewählt wurde. Sie zeigt den Leichnam des an jener Linde erhängten Albert Grauvogel, bedeckt von einem Tuch. Den Leichnam eines, wie der Künstler zuvor erinnert hatte, „grundgütigen Mannes, der immer wieder Kriegsgefangenen Brot zugesteckt hatte“. Wer künftig ihn im Holz liegen sehen wird, mag sich daran erinnert fühlen, aufzustehen gegen Hass und Hetze, aufzustehen für die Demokratie.

11. April 2026

Campendonk malt Blau.

Im Zuge der Haushaltsberatungen, die im alten Stadtrat nicht mehr abgeschlossen werden konnten, ist in den letzten Wochen immer wieder auch das „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“ erwähnt worden. Ein Beitrag des BR-Kulturmagazins „Capriccio“ hob Bedeutung wie Gefährdung des Hauses gleichermaßen heraus – und führte damit viele alte und neue BesucherInnen ins Haus, wie sich in den Tagen danach zeigte.

Wie viele Freundinnen und Freunde unser Museum hat, zeigt sich aber besonders gut an diesem Samstagnachmittag, als man kaum mehr bis ins Foyer gelangen kann: Eröffnet wird die Ausstellung „Campendonk malt Blau“ von Kulturamtsleiter Thomas Kapfer und der kommissarischen Museumsleiterin Anne Götzelmann. Als besonderen Gast haben sie die Schauspielerin Franziska Deyerling an ihrer Seite, die aus einem Vortrag zur Farbtheorie vorliest, den Heinrich Campendonk 1924 für junge Gestalter in Krefeld gehalten hat.

Dass damit die passend zum Thema gewählten Bilder vor einem theoretischen Hintergrund betrachtet werden können, ist die eine Besonderheit dieser Ausstellung. Die andere besteht darin, dass alle gezeigten Werke aus dem Depot des Hauses kommen: Welcher Schatz lagert doch hier, der noch viele neue Eindrücke und Erkenntnisse verspricht! Beim Rundgang hört man einzelne Reaktionen: „Sieh nur, den Menschen zeigt er im irdischen Gelb.“ Oder: „Die Tiefe des Blaus entsteht auch aus den kleinen schwarzen und weißen Tupfen…“ 

Man sieht vor seinem inneren Auge bereits Kinder, die am Boden sitzen und es nach genauer Betrachtung schaffen, einfache Fischformen grafisch ausdrucksvoll zu gestalten. Oder junge Leute, die sich die Bilder aus dem Jahr 1933 ansehen und erfahren, welche Gründe den Künstler ins Exil trieben. Oder Experten, die vor Ort Theorie und Schaffen des Expressionismus am Beispiel studieren. Unser Haus bedient ein sehr weites Bildungsfeld.

22. März 2026

Die Freude ist riesengroß. Die Aufgabe freilich auch.

Der Bürgerbahnhof ist ab halb sechs an diesem Abend mäßig voll. Das ändert sich ab viertel nach sechs, als die ersten Stimmbezirke ausgezählt sind und immer mehr Leute herbeikommen. Thomas Kopf, der gegen den amtierenden Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) in die Stichwahl gekommen ist, guckt immer wieder zur Leinwand, mal ungläubig, mal freudig überrascht, aber immer mit Geduld. Bis zuletzt. Im Raum wird gelacht, gebangt, gehofft. Thomas Kopf mahnt zur Gelassenheit. Doch um kurz vor halb acht nähert sich der Moment, in dem auch der letzte Stimmbezirk ausgezählt ist. Und dann zeigt sich mit kleinen Zahlen der große Vorsprung auf der Leinwand: 57,9 Prozent für Thomas Kopf! Es wird gejubelt, es wird geklatscht. Der inzwischen randvolle Bürgerbahnhof freut sich riesig.

7.423 WählerInnen haben ihre Stimme abgegeben, davon 4.286 für unseren Kandidaten. Alle zusammen blicken auf die Zahlen, blicken auf ihren neuen Bürgermeister, seine Frau, die Fraktion, die alte und die neue. Blumen werden nach vorne Richtung Bühne gereicht. Ja, Blumen sind da. Aber ansonsten ist alles etwas improvisiert: die ersten Worte des Dankes an alle, die ihn gewählt haben, das Versprechen, auch denen dienen zu wollen, die sich nicht für ihn entschieden haben, die Vorfreude auf das Amt. Und rasch stellt sie sich auch wieder ein, die Ruhe, mit der auch die Größe der Aufgabe zu würdigen ist, mit einem Haushalt, der alle fordern wird, und mit einer Veränderung der Stadt, die gut gemanagt werden will. Dass aber doch die Freude überwiegen soll an diesem Abend, dafür sorgt ein besonderer Auftritt.

Um viertel vor acht dringen die ersten Töne des Steigerlieds in den Raum. Als alle aus der alten Wartehalle in Freie treten, bietet sich ihnen ein klangstarkes und eindrucksvolles Bild: Die Stadt- und Bergknappenkapelle steht im Licht des Bahnsteigs und wird von Simon Zehentbauer dirigiert. Als wenige Minuten später ein Zug einfährt, bleiben Reisende berührt stehen, lauschen, und der Zugführer gratuliert aus dem geöffneten Fenster, bevor er wieder anfährt. Irgendwie sinnbildlich dieser Moment: Im Bürgerbahnhof liegen unsere Anfänge als Penzberg MITEINANDER. Und da geht nun, begleitet von den Klängen der Tradition, eine ganz neue Reise los.

Unser Dank geht an alle Wählerinnen und Wähler. Und er geht an die Stadt- und Bergknappenkapelle, die dem Abend so einen besonders feierlichen Rahmen gegeben hat!

11. März 2026

Trauer um Ludwig Schmuck, um den „Wiggerl"

Bürgermeister der Herzen“ wurde er genannt. Und genau das war er auch. Das wird lange keiner begreifen können, dass er so plötzlich gegangen ist. Am Abend sitzt er noch im Bauausschuss, und am nächsten Vormittag spricht es sich innerhalb kürzester Zeit durch die gesamte Stadt: Der Wiggerl habe noch gescherzt, sei aus dem Rathaus nach Hause gefahren, zu Bett gegangen und nicht wieder aufgewacht. Danach fühlt es sich ein wenig an wie ein Zeitstillstand.

Dabei hat die Stadt gerade eine Wahl hinter sich und noch eine Stichwahl vor sich, die politischen Termine überschlagen sich. Dass da der Wiggerl die Zeit anhält, das ist ein bisschen wie das Gegenteil von dem, wofür er im Sitzungssaal des Rathauses berühmt war: Wenn sich zu lange alle gegenseitig übertroffen hatten, die Rednerliste endlos wurde, die Argumente sich wiederholten, dann erhob der Wiggerl einmal die Stimme, donnerte los – und rief damit alle zur Raison. Ein wenig kam es einem so vor, als hätte er diesmal diese Wirkung mit seinem endgültigen Schweigen erzielt. Wir hören, was er uns sagen will.

Wenn wir den Sinn seiner Lebenslehre, die er allein in den 36 Jahren seiner Stadtratstätigkeit - aber auch in seinen ungezählten Vereinsfunktionen - öffentlich vermittelte, in Worte fassen sollten, dann würden diese lauten: „Jetzt habt einfach mal ein Verständnis dafür, dass jeder seine Meinung hat und wir am Ende aber doch alle etwas Gutes für die Gemeinschaft erreichen wollen und sollen. Es geht um die Jungen, es geht um die Alten, es geht um die Kranken, die sind alle drauf angewiesen, dass wir hier eine gute Arbeit machen. Und das haben wir doch in Penzberg auch immer getan. Schließlich haben wir es weit gebracht in unserer Stadt. Früher, das sage ich Euch, da könnte ich Euch eine Geschichte erzählen…“ Und dann würde sie folgen, eine dieser eben auch ungezählten Wiggerl-Geschichten, die voller Namen ist, Familienbeziehungen, Arbeitsorten und bei Bedarf auch noch mit dem passenden Zeitungsartikel belegbar. Und wenn man einer dieser Geschichten angehört hatte, dann legte er einem trotz vorausgegangenem Poltern die Hand auf die Schulter und lächelte.

So war es. So war er. Und so werden wir ihn in Erinnerung behalten.

Unser Mitgefühl ist bei seiner Familie, seinen Kindern und Enkelkindern.

8. März 2026

Für uns geht es in eine nächste Runde: Wir hoffen auf einen Bürgermeister Thomas Kopf!

Das ist ein großer Moment, auf den wir lange gewartet haben: Etwas mehr als zwei Stunden dauert es, bis nach Beginn der Auszählung feststeht, welcher Gegenkandidat von Bürgermeister Stefan Korpan mit ihm in die Stichwahl geht: Thomas Kopf, PM. Nur wenige Minuten nach dem Ergebnis gehen die beiden Männer aufeinander zu und beglückwünschen sich mit echter Herzlichkeit gegenseitig. Eigentlich ist dies einer der schönsten Momente des Abends. Denn er zeigt, wie fair diese Vorwahlzeit gelaufen ist und dass diejenigen, die jetzt da nochmal zwei Wochen alles geben werden, es in gegenseitiger Wertschätzung  tun. Ihnen beiden geht es um die Sache. Aber in eben mit unterschiedlicher Akzentsetzung.

Um zwanzig nach acht ist es Zeit für ein erstes Gespräch mit der Presse. Thomas Kopf erklärt, wie dankbar er für das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler ist, zumal viele ihn noch gar nicht sehr lange auch persönlich kennen. In der noch jungen Wählergruppe habe er während der ersten Amtszeit ja doch allein aus den Kulissen heraus mitwirken und der Fraktion zuarbeiten können. In den letzten Wochen habe er viele Gespräche geführt, und darin sehe er auch den weiteren Auftrag: zuhören, miteinander sprechen und gemeinsam die Stadt durch eine schwierige Zeit bringen. Ganz konkret möchte er als Bürgermeister das umsetzen, indem auch die beiden AmtsträgerInnen neben ihm Themenbereiche mit betreuen.

Wichtig wird es in den nächsten Tagen sein, dass die Stichwahl auch wirklich mit einer hohen Wahlbeteiligung stattfindet. Wichtig ist, dass klar wird: Uns geht es um einen Neustart. Uns geht es um Fachkompetenz. Wir müssen die finanzielle Notsituation der Stadt jetzt wirklich ernst nehmen, wir müssen uns der engagierten Mitarbeit der Vereine versichern, wir müssen darauf achten, dass unsere Stadt sich auch baulich selbst entwickelt statt entwickelt zu werden, wir müssen die Wirtschaft in einem viel stärkeren und wertschätzenden Maße einbinden als bisher – und, bitte, wir dürfen nicht aus dem Auge verlieren, dass auch Umwelt und Klima uns ein echtes Umdenken und Neuhandeln abverlangen.

Weitermachen wie bisher, geht aus unserer Sicht gar nicht. Dass der bisherige Amtsinhaber völlig neu in seiner Politik und seinem Verwaltungshandeln ansetzen würde, hat er nicht gesagt. Wir wollen dies tun. Deshalb hoffen wir auf einen Bürgermeister Thomas Kopf. Wir danken allen, die erneut zur Wahl gehen. Und noch viel mehr allen, die erneut auszählen.

Foto: © Uwe Geissler

28. Februar 2026

Gemeinsam für Vielfalt und Demokratie – eine Demo, die hoffen lässt

Die Atmosphäre vor dem Rathaus erinnert erstmals wieder ein wenig an das Jahr 2019, als plötzlich in jeder Stadt Jugendliche zu sehen und zu hören waren, die um ihre Zukunft Angst hatten und sich in großen „Friday for Future“-Demos organisierten. Die Pandemie ließ das gerade erwachte politische Bewusstsein jedoch in sich zusammenfallen. Danach hat es lange gedauert, bis jetzt wieder ein fünfzehnjähriger Schüler auf der Bühne steht und so urvernünftige Sätze sagt wie diesen: „Penzberg hat Zukunft, aber die müssen wir gemeinsam gestalten. Das geht nur, wenn wir zusammenhalten und nicht, wenn wir uns streiten.“

Was sich geändert hat, das ist die Reihenfolge der Themen. Ja, die Klimakrise gibt weiter Anlass zur Sorge. Aber in den Vordergrund geschoben hat sich die Sorge um die Demokratie, die doch auf Vielfalt basiert: „Dabei ist Vielfalt ein Wort, welches manche wirklich nervös macht. Aber sie ist doch das Normalste in der Welt, vor allem hier in Penzberg, einer Stadt mit 17.000 Einwohnern und gleichzeitig hundert Nationen. (…) Mit hundert Nationen hat man hundert Blickwinkel und hundert Wege, Probleme zu lösen.“ Sprecher Luis Glötzinger erklärt offen, er habe Angst vor einer Partei, die allein auf Angst setze, Angst vor Vielfalt, Veränderungen, Demokratie und Flüchtlingen: „Wer Angst als Programm hat, der hat noch kein Programm. Die Antwort auf echte Probleme ist nie Angst, nie.“

Als Mitgründer der „Grünen Jugend Weilheim-Schongau“  schwingt freilich auch das politische Kernanliegen mit, wenn er sagt: „Ich bin fünfzehn. Das heißt, ich lebe mit den Konsequenzen von heute noch mein ganzes Leben. Vielleicht siebzig Jahre. Wenn Dinge wie die Klimakrise oder Demokratie nicht ernst genommen werden, werden wir die Krise erben. Nicht ernst genommen zu werden, trifft immer uns am härtesten, die Jugend.“ Das sind wieder die Töne von 2019, auf die man Hoffnung setzen kann. Und gleichzeitig sehen wir: Wie viel schwerer ist doch die Bürde geworden, die jetzt auf diesen jungen Menschen lastet!

25. Februar 2026

Fdrei – der neue Förderverein für die Stadtbücherei Penzberg

Diese Initiative kommt wirklich keinen Moment zu früh: In der Stadtbücherei versammelt man sich, um die gerade abgeschlossene Gründung eines eigenen Fördereins zu feiern. Auch der Bayerische Bibliothekspreis, den das Team im Oktober letzten Jahres entgegennehmen durfte, wird noch einmal präsentiert. Das zeigt beides: Unsere Stadtbücherei ist ein höchst wertvoller Ort für die gesamte Stadtgesellschaft und auch von außen besehen eine qualitativ herausragende Einrichtung. Insofern sie vom städtischen Haushalt abhängt, ist sie immer auch von einer gewissen Unruhe befallen. Ja, einen Bildungsauftrag gibt die Bayerische Verfassung den Kommunen mit, die Höhe des Einsatzes ist jedoch nicht bemessen, sondern vielmehr abhängig von den örtlichen Möglichkeiten. Und mit denen steht es unter dem aktuellen Zwang zur Haushaltskonsolidierung nicht zum Besten.

Katrin Fügener mahnt denn auch bei ihrer kleinen Festansprache, dass die Gründung eines Fördervereins für die Stadt nicht das Signal sein dürfe, sich zurückzuziehen. Ein Blick in den noch öffentlich auf der Stadthomepage einsehbaren Haushalt 2025 zeigt, dass man in der Rathauspassage auf die Deckung eines jährlichen Defizits in Höhe von etwa 465 Tausend Euro angewiesen ist. Das kann ein Verein nicht stemmen. Aber er kann zeigen, wie viel der Zivilgesellschaft die Arbeit der Einrichtung bedeutet: „Kindern und Jugendlichen, denen die Lese- und Informationskompetenz fehlt, mangelt es an Lebenskompetenz“, sagt Fügener, und dem werde an diesem Ort mit zahlreichen Angeboten entgegengewirkt. Auch die anderen Gründungsmitglieder heben in kurzen Statements besonders die Jüngsten der Gesellschaft hervor, die hier Hausaufgaben machen, sich treffen, spielen.

Am Ende des Abends ist der Verein „Fdrei“ bereits von 11 auf 28 Mitglieder angewachsen, ein guter Anfang. Sein Name steht für die Absicht, die Stadtbücherei Penzberg „freundschaftlich und finanziell zu fördern“. Wir werden in den nächsten Jahren als Stadt nur mit einem starken zivilgesellschaftlichen Engagement über die Runden kommen, mit finanzieller Unterstützung ebenso wie mit ehrenamtlichem Einsatz. Insofern ist der neue Verein ein Impuls, der über seinen eigentlichen Förderzweck weit hinausweist. Dafür einen großen herzlichen Dank!

16. Februar 2026

Die Größe des Nonnenwalds – und die Planungshoheit der Kommune

Jetzt haben wir es also in allen Zeitungen gelesen: „Der Nonnenwald ist groß.“ Faktisch nicht verkehrt. Und doch ein starkes Stück. Gesagt hat das einer, der aus der Nachbarschaft stammt und es zum Bundesminister des Innern gebracht hat. Als solcher steht er letzte Woche auf dem Podium des örtlich ansässigen Pharmakonzerns und weiht ein 300-Millionen-Euro teures neues Forschungsgebäude mit ein. Ganz offensichtlich hofft Dobrindt auf weitere Besuchsanlässe dieser Art, denn freigebig erklärt er, wenn die Konzernleitung noch mehr Expansionsfläche wünsche, dann möge sie sich nur melden, wir seien hier aufnahmefähig und – der Nonnenwald sei groß. Aha. Der CSUler in Verteilerlaune.

Festhalten muss man: Wenn Anmaßung und Unverschämtheit unwidersprochen bleiben, dann ist das der erste Schritt hin zur Akzeptanz von Anmaßung und Unverschämtheit. Wer damit durchkommt, wird weiter meinen, in Penzberg einfach nur „bestellen“ zu brauchen. Um dann später bei Feierlichkeiten wie dieser neben dem Parteifreund und Landesherrn zu stehen, der väterlich den Weltkonzern für seine Innovationskraft lobt und ihn seiner Liebe versichert. Es ist das Bayern dieser hohen Herren. Die Kommunen dienen ihren Ambitionen, ächzen unter den Folgen und dürfen am Ende das Ergebnis beklatschen. In solchen Worten kommt sie ungeschminkt zum Ausdruck, die Haltung zu Städten und Gemeinden.

Dabei könnte man als Stadt durchaus der Vereinnahmung etwas entgegensetzen. Schließlich hat sie nach Art. 28, Abs. 2 des Grundgesetzes das Recht „alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln“, und das betrifft zuallererst die Planungshoheit. Die Bebauungspläne macht die Stadt, nicht der Herr Söder. Eigentlich. Gut für ihn freilich, wenn er die Mehrheit in einem Stadtrat hat und eine folgsame SPD. Dann läuft es so wie damals bei der Ausweisung der 14 ha für den Pharmariesen: Da waren wir von PM der Meinung, dass eine Ausweisung in drei Etappen mit jeweiligen Vorgesprächen über Naturschutz, Wohnraum und Kinderbetreuung der bessere Weg sei.

So viel wird jedenfalls klar: Wenn wir nicht selbstbewusst unsere Möglichkeiten nutzen, wird das von oben als Willfährigkeit gedeutet.  Wir müssen aber – vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen finanziellen Not – selbst entscheiden, welches Maß an Wachstum wir zulassen und stemmen wollen. Und wir müssen in diesem Zuge auch darüber nachdenken, in welcher Breite wirtschaftlicher Sparten und Planbarkeit steuerlicher Einnahmen wir uns aufstellen.

11. Februar 2026

Fünf Kandidaten - ein gemeinsames demokratisches Grundverständnis

Wie leicht und wie oft werden solche Veranstaltungen zur kostenlosen Volksunterhaltung! Das größte Verdienst der Podiumsdiskussion an diesem Abend in der Penzberger Stadthalle dagegen ist: Da steht gleich eine ganze Reihe von Kandidaten, denen die Leitung einer Stadtverwaltung viel bedeutet, die dafür eine anstrengende Vorwahlzeit auf sich nehmen, die sich fair mit ihren gegensätzlichen Haltungen begegnen, und die alle ganz genau wissen, dass sie nach der Wahl die nächsten Jahre unzählige Male im Sitzungssaal gemeinsam um gute Lösungen ringen werden. Dass die Penzberger Bürgerschaft hier eine echte Wahl geboten bekommt, ohne böse Worte, sachlich orientiert, das ist allergrößten Dank wert.

Eingeladen hat zu der Veranstaltung der „Penzberger Merkur", durch die Diskussion führt Redaktionsleiter Boris Forstner. Innerhalb von zwei Stunden spricht er alle wichtigen Felder der Stadtpolitik an: Haltung zum städtischen Haushalt, Zukunft des Museums, Entwicklung der Innenstadt, Wachstum der Stadt, Umsetzung des Mobilitätskonzepts, Zukunft des Krankenhauses, Umgang mit der Bürgermeister-Prantl-Schule - dies alles sind Themen, die uns schon lange umtreiben und Lösungen verlangen. Wäre das Format nicht auf zwei Stunden begrenzt, würde man sicher auch noch etwas zu den Folgen des Demografischen Wandels und zur Betreuung von Jung und Alt hören, doch auch so hat das Publikum der randvoll besetzten Stadthalle bereits einen guten Einblick: Man will doch auch erfahren, wie der amtierende Bürgermeister und seine Herausforderer von Wesensart und beruflichem Hintergrund her Probleme angehen. Und da lässt sich viel beobachten.

Die Performance der einzelnen Podiumsteilnehmer zu bewerten, steht der PM-Website nicht an. Zu unserem

Kandidaten Thomas Kopf aber können wir sagen: Er zeigt eine seiner vielen Stärken, indem er vom behandelten Punkt aus immer den Blick nach vorne öffnet: Beim Haushalt hilft die Rückschau

nicht mehr, hier braucht es Management der Einnahmen und Analyse der strukturellen Probleme; die Entwicklung der Innenstadt ist nicht mit einer Meinung zur Menge von Stockwerken abzutun, hier braucht es ein Gesamtkonzept; das Wachstum der Stadt ist weniger eine Zukunftsfrage denn bereits voll im Gange, hier braucht es infrastrukturelle Vorsorge zu Kitas und Verkehr usw. - und das sofort.

Nach diesem Abend weiß man, dass alle Bewerber die finanziell besorgniserregende Lage der Stadt mit Ernsthaftigkeit betrachten und Sachlichkeit vor Gezänk stellen. Einzig etwas unpassend zu dieser  gemeinsamen Haltung der Kandidaten ist das durchgängig reflexhafte eintönige Geklatsche einer Partei im Saal - auf Dauer zu durchsichtig, um dem eigenen Vertreter wirklich zu dienen. Aber gut. Viel stärker als dieser etwas irritierende Sound ist am Ende das durchtönende gemeinsame demokratische Grundverständnis auf dem Podium.

8. Februar 2026

Klimaanpassung und Verkehrsberuhigung: Unfinanzierbar? Unverzichtbar!

Bei unseren Themenabenden behandeln wir der Reihe nach alles, was uns in der Stadtpolitik wichtig ist: die Bedeutung von Ehrenamt und Vereinen, die weitere Entwicklung der Innenstadt, die Folgen des Demografischen Wandels – und nun eben Umwelt und Verkehr. An diesem Sonntagabend sind wir im Bürgerbahnhof versammelt, um der Frage nachzugehen: Was ist zu beachten in einer Stadt, die derart rasant wächst und sich stark verändert, um sich gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen und auch von einer Zunahme des Verkehrs nicht erdrückt zu werden? Wie können wir bei allem Wandel unserer Stadt doch Lebensqualität erhalten und bestenfalls fördern?

Aus eigenem Dafürhalten heraus beantwortet man solch weitreichende Fragen nicht, dazu ist jemand mit Fachwissen heranzuziehen. Wir haben ihn für diesen Abend im Bürgerbahnhof glücklicherweise im Penzberger Landschaftsarchitekten Harry Dobrzanski gefunden. Nach der Begrüßung des Publikums durch Bürgermeisterkandidat Thomas Kopf nehmen Bärbel Scholz und er Platz auf dem grünen Sofa. Aus dem Interview lernt man Details wie jenes, dass man an einer voll begrünten Fassade im Hochsommer nur 40°C misst im Gegensatz zu 80°C an der gegenüberliegenden Stahl-Glas-Fassade, dass von den staatlichen Fördertöpfen diejenigen für Klimaanpassungsmaßnahmen aktuell am besten gefüllt sind oder dass die Umsetzung eines Mobilitätskonzepts mit Schwerpunkt auf Verkehrsberuhigung dem Umweltschutz in gleicher Weise dient wie der Sicherheit und Aufenthaltsqualität einer Stadt. 

Womit die Überleitung zur Mobilität auch schon geschaffen ist: Gemeinsam werden im dicht besetzten Saal danach an allen Tischen die Beschlüsse des Bauausschusses vom 14. Oktober zur Ablehnung von Tempo 30 auf etlichen Straßen im Stadtgebiet gesichtet. Ebenso lebendig wie konzentriert geht es dabei zu. Und wäre das Publikum der Bauausschuss, dann wären die acht Unterpunkte der Maßnahme 142 aus dem Mobilitätskonzept nicht abgelehnt worden. Gegen Ende des Programms erwähnt jemand, eine ROCHE-Statistik zeige, dass von allen Standorten hier vor Ort die meisten Wegeunfälle  passieren – mit dem Fahrrad. Allein das ist ja schon erschreckend. Dass wir uns in einer wachsenden Stadt vor Hitze schützen, ist genauso wichtig wie, dass wir den zunehmenden Verkehr zähmen. Bestenfalls dämmen wir ihn ein, und bestenfalls schützen wir auch das Klima. Beides sind die übergeordneten Ziele.

3. Februar 2026

Ein städtebaulicher Hilferuf: „Seien Sie Architekt, schaffen Sie Baukunst!“

Die Bilder vom Gebäudekoloss auf dem Areal des heute noch stehenden „Bayerischen Hofs“ sind bereits seit der Novembersitzung des Bauausschusses bekannt, die Pläne ebenfalls: vier Geschosse und zwei Dachgeschosse sollen entlang der Bahnhofstraße entstehen, durchbrochen nur durch einen Weg von der Friedrich-Ebert-Straße ein paar Stufen hinauf zum Stadtplatz. Eine Handelsfläche von doppelter Rossmann-Größe und Platz für Gastronomie sind im Erdgeschoss vorgesehen, darüber Praxen und Büros, und ab dem zweiten Geschoss bis in luftige 20 m Höhe hinauf 90 Wohnungen. So weit, so bekannt.

An diesem Abend sind im vollbesetzten Rathaussaal Architekt Schmauser und Investor De Wit aus den Niederlanden anwesend, um ihre Pläne vorzustellen und Fragen aus der Bevölkerung zu beantworten. Dass der Abriss des Bayerischen Hofs die Bevölkerung schwer trifft, ist mehr als einmal zu hören. Doch darum geht es nicht, war es doch nicht Aufgabe des Architekten, den Bestand zu untersuchen, als er vor einem Jahr den Auftrag erhielt, eine Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Zieht man Rückschlüsse daraus, wie oft das Wort „Wirtschaftlichkeit“ fällt, gab es überhaupt darüber hinaus keine weitere Rahmenbedingung, weder vom bisherigen Penzberger Eigentümer noch vom auswärtigen Investor noch von der Stadt aus. Denn: Fassadenbegrünung sei ihm nicht vorgegeben worden; die enorme Höhe habe das Bauamt als vorstellbar bezeichnet; an Penzberger Identität habe er sich nicht orientiert, sie sei für ihn auch nirgends erfahrbar; das hohe Baurecht gebe es noch nicht, den Zugriff auf das Nachbargrundstück auch noch nicht. Und der Investor, der sich ganz am Ende erst auf Nachfrage vorstellt, erklärt, er wolle Penzberg ein bisschen schöner machen. Indem er eines der wenigen kennzeichnenden alten Gebäude erst mal abreißen will?

Noch irritierender als all dies aber sind die Auskünfte aus dem Bauamt. Auf die vielen Fragen aus dem Kreis der Interessierten, welches Aussehen der Innenstadt wir denn anstreben, welche übergreifende Idee die dramatische Veränderung des Stadtbildes denn leite, wie wir Beliebigkeit und Klobigkeit abwenden könnten, lautet die Antwort: Jedes neue Bauvorhaben werde eine eigene Idee mitbringen, und der Stadtrat werde mit einer Satzung dafür sorgen, dass die Ideen nicht ausufern würden. Verständlich, dass da ein Besucher dem Architekten zuruft, doch die enorme Chance, selbst der Stadt eine neue Identität zu verleihen, zu nutzen: „Seien Sie Architekt, schaffen Sie Baukunst! Die Stadt bietet viele Merkmale, auf die man zurückgreifen kann. Oder man schafft eben etwas gänzlich Neues!“ Dem Stadtrat empfiehlt derselbe Besucher, vielleicht aber doch noch zügig ein Gestaltungskonzept zu entwerfen. Denn: „Ein gutes Leitbild gestattet einem jeden, das eigene Gebäude noch schöner zu machen.“ Für die Entwicklung eines solchen Leitbildes hätten wir jetzt auch die Zeit, solange das Nachbargrundstück noch nicht zum Baugrund gehört. Wie könnten wir als Bürgerinnen und Bürger das nur hinbekommen?

31. Januar 2026

Letzter Arbeitstag von Pit Gruber – unser Dank für seine Arbeit ist groß

Für ihn selbst war das vierzigjährige Jubiläum des Jugendzentrums im Sommer 2024 der fast wichtigere Tag: An seinem letzten Arbeitstag sagt Pit Gruber, dass er damals mit so vielen Ehemaligen schon Rückblick gehalten habe auf die drei Jahrzehnte seiner Arbeit, und dass er damit die große Hoffnung für die Penzberger Jugend verknüpft gewesen sei, dass es für sie auch wirklich immer gut weitergehe. Mit politisch ausgerichtetem Ohr hört man schon, dass der Sozialpädagoge damit auch den Ort meint, der künftig genauso gute Möglichkeiten bieten sollte wie das jahrzehntelang genutzte Provisorium an der Nonnenwaldstaße. Hier ist viel Platz, ob zum Dirtbiken oder zum Klettern an einem Baum, bei dem Kletterexperte Gruber sicherte. Aus vielen Besuchen weiß man, wieviel Bedeutung er dem sozialen Lernen in Bewegung  beimisst, die heute bei vielen Kindern und Jugendlichen zu kurz kommt.

Unter seiner Leitung hat das JuZ-Team aber auch weitere Schwerpunkte gebildet: Nachfolger Alex Michel hat die Live-Musik aufgebaut, Heidi Kollmannsberger hat in enger Kooperation mit der Stadtbücherei den Leseclub gegründet. Und ganz nebenher hat angeleitet von ihm sein Team auch noch einen großen Teil der sozialen Arbeit abgefangen, die mit den vielen Kindern in der benachbarten Flüchtlingsunterkunft in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen hat. Waren es früher allein Jugendliche, so hat man Gruber und seine beiden Mitarbeiter bei Besuchen immer wieder in der Moderation ganzer Familien erleben können. Über solch ein Jugendzentrum, wie es sich vor allem im letzten Jahrzehnt noch einmal ausgehend von den klassischen Aufgaben der Jugendbetreuung aus weiterentwickelt hat, kann man als Stadt nur dankbar sein. Und man muss es fördern, so gut es irgend geht.

Uns bleibt für den Einstieg in den Ruhestand nur zu sagen: Ganz großen herzlichen Dank, lieber Pit, für alles, was Du für unsere Kinder und Jugendlichen getan hast und gewesen bist!

30. Januar 2026

Zukunft der Steigenberger Kirche – vielleicht als Boulderhalle?

An diesem Freitagnachmittag wird der Barbarasaal der Pfarrei Christkönig zum politisch genutzten Sitzungssaal: Wie bei einer Bürgerbeteiligung im Rahmen städtischen Entwicklungsprozessen sucht die Pfarrei Christkönig mit einer Gemeindebeteiligung in moderierten Workshops nach einer guten Lösung für das finanziell nicht mehr tragbare, siebzig Jahre alte Kirchengebäude „Unsere Liebe Frau von Wladimir“. Vor zwei Jahren hat man erstmals getagt, um sich vom pastoralen Konzept bis zur Immobilienverwaltung neu zu strukturieren. Im weiteren Verlauf hat sich gezeigt, dass am Steigenberger Gotteshaus Sanierungsarbeiten in Höhe von 1,2 Mio. Euro Kosten nötig werden würden, die mit einem Eigenanteil von mehr als einem Drittel für Penzberg nicht gestemmt werden könnten. So hat man beschlossen, das Gesamtgelände mit einer Größe von über 5.000 qm neu zu nutzen.

Intensiv hat sich bereits die Ortsgruppe des Deutschen Alpenvereins mit dem Potential der Kirche befasst. Den anwesenden Vereinsvertretern schwebt der Ausbau zur Boulderhalle unter Beibehaltung eines Trakts für die liturgische Nutzung vor. Sie haben sich aufgemacht zur „boulderchurch“ in Bad Orb, um sich zu informieren. Für die örtliche Jugend, die zum Klettern nicht mehr nach Bad Tölz fahren müsste, wäre das ein großer Gewinn. Und Umnutzung stünde vor Abriss. Etwa zwanzig weitere gute Ideen aber sind zwei Stunden später an den Pinnwänden zu finden, wobei viele den Wunsch beinhalten, dass ein Teil als „sakraler Raum“ erhalten wird. Ein Mehrgenerationenhaus wird am stärksten bepunktet, die Boulderkirche liegt an zweiter Stelle, ein ökumenisches Zentrum an dritter. Nun sind Angebote möglicher Partner und Investoren einzuholen. Nachdem die etwa sechzig Teilnehmenden auch gemeinsam einen Kriterienkatalog für deren Bewertung gefunden haben, kann die für das Vorhaben zuständige Projektgruppe jetzt den nächsten Schritt gehen, danach wird die Gemeinde wieder beteiligt. Mit einem guten Konzept kann die DAV-Gruppe also im Rennen bleiben. Insgesamt ein musterhafter Entwicklungsprozess.

26. Januar 2026

Gemeinsamer Antrag für die erste Penzberger Fahrradstraße

Seit Juli 2025 hat die Stadt nun ihr lange erwartetes Mobilitätskonzept. Aus einer großen Menge von Bürgervorschlägen hatte das Verkehrsplanungsbüro, welches die Entstehung des Konzepts eineinhalb Jahre lang betreut hat, schließlich fünf „Impulsprojekte“ von besonderer Wichtigkeit sowie 169 Einzelmaßnahmen identifiziert. Im Oktober kamen dann die ersten zwölf Maßnahmen aus diesem großen Katalog zur Beratung in den Bauausschuss. Drei von ihnen wurden rundweg abgelehnt; eine vierte betraf elf Straßen zur Einführung von Tempo 30, von denen acht abgelehnt wurden. So hatten wir uns das mit der Umsetzung des Konzepts nicht vorgestellt. Es könnte nun nötig werden, die Maßnahmen je einzeln sorgfältig politisch zu begleiten, damit aus dem teuer bezahlten Konzept auch etwas sichtbar wird.

Da die Sicherheit von Radfahrern und generell die Förderung des Radverkehrs zur Entlastung von Autoverkehr ein gemeinsames Anliegen von PM und Grünen ist, haben wir uns zu einem Antrag zusammengetan, um eine der Maßnahmen, die Maßnahme Nr. 103, zeitlich vorrangig umzusetzen. Sie sieht vor, aus der Alpenstraße eine sogenannte „Unechte Fahrradstraße“ zu machen und ihr zusätzlich auch Vorfahrt einzuräumen. Auf einer solchen Straße können Autos in gleicher Weise verkehren wie Radfahrende, wobei diese auch nebeneinander fahren dürfen und insgesamt Verkehrsvorrecht haben. Sinnvoll ist dies auf Strecken, die vom Autoverkehr eher schwach und von Radlern besonders bevorzugt genutzt werden. Dies trifft auf die Alpenstraße zu, die für den Radverkehr die Hauptverbindung vom Bahnhof Richtung Schulen, Sporthalle, Schwimmbad, aber auch Steigenberg und weiter nach Iffeldorf darstellt. Für eines der fünf Impulsprojekte, die Widmung der Friedrich-Ebert-Straße als „Unechte Fahrradstraße“, können zudem an diesem Fall bereits Erfahrungen gesammelt werden.

23. Januar 2026

„Die Kleinen ganz groß“ – die besten Fotos sind jetzt prämiert und zu sehen

In den nächsten Wochen zeigt die Christkönigskirche eine ganz besondere Ausstellung: 36 junge Fotografinnen und Fotografen sind dem Aufruf des „Interreligiösen Umwelt- und Fairtrade-Teams Penzberg“ im letzten Sommer gefolgt und haben Bilder von ganz kleinen Lebewesen aufgenommen: von Wespen, Ameisen, Raupen, Spinnen… Zusammen mit einer Schülerin und einem Schüler aus der Foto-AG des Gymnasiums Penzberg hat der international renommierte Penzberger Naturfotograf Konrad Wothe die Einsendungen gesichtet und in zwei Altersklassen zwischen 7 und 14 Jahren die Siegerfotos gewählt. Im Rahmen einer großen Preisverleihung fand nun die Siegerehrung im Barbarasaal statt.

Die JungfotografInnen haben nicht nur genau hingesehen, sondern auch besondere Exemplare der oft unbeachteten Artenvielfalt entdeckt. So ist auf einer der hundert Einsendungen etwa ein Schwarzgesaumter Schmalbock zu sehen, der in manchen Bundesländern – wie ein Viertel der Insekten! - bereits ausgestorben ist. Die gefundenen Winzlinge sind mal in ihren natürlichen Lebensräumen fotografiert, mal auf einem Finger oder in einer Schale mit bunten Bonbons. Immer wurde auf Schärfe und Licht geachtet, was ein Gefühl für das fotografische Handwerk zeigt. In der Komposition der Farben und der Positionierung im Bildraum zeigt sich in vielen Fällen aber auch ein künstlerisches Gespür.

Geplant ist, diese besondere Ausstellung auf Wanderschaft zu schicken und demnächst auch im Altbau des Museums zu zeigen. Wir danken dem Umwelt- und Fairtrade-Team für seine wunderbare Idee. Und wir danken allen Kindern und Jugendlichen, die ihre Augen aufgemacht haben und uns nun erlauben, mit Freude und Bewunderung diese kleinsten Geschöpfe auf zwanzig bezaubernden Bildern ganz in Ruhe betrachten zu können.

18. Januar 2026

PM-Neujahrsempfang: Mit Herz und Zuversicht für unsere Kommunalpolitik

„Weilst a Herz host wia a Bergwerk…“ – spätestens da fällt der mit 110 Besuchern randvoll besetzte Bürgerbahnhof mit ein. Politik und Musik, beide verbinden Menschen. Und können Kraft und Zuversicht verleihen. Dieser innere Grundton durchzieht von Beginn an unseren Neujahrsempfang an diesem Sonntagabend bis hin zur inoffiziellen Penzberg-Hymne. Dieser innere Grundton kennzeichnet auch den Kern der politischen Botschaften, die in einem Grußwort von Zweitem Landrat Wolfgang Taffertshofer  und PM-Bürgermeisterkandidat Thomas Kopf ausgebracht werden.

Landratskandidat Wolfgang Taffertshofer (BfL) ist genauso wie wir davon überzeugt, dass es Parteien und ihre verpflichtenden Prinzipien in größeren politischen Wirkungskreisen unbedingt braucht, dass aber der kommunalen Ebene eine ortsbezogene parteifreie Zusammenarbeit  besser dient. Auf der Basis von dreißig Jahren Kreistagserfahrung ist er bei seiner Kandidatur darum bestrebt, die Wirtschaft mit Hilfe eines Wirtschaftsfördervereins voranzubringen, den regionalen ÖPNV  inklusive der Regionalbahnlinien zu stärken, sich um die 14 weiterführenden Schulen – zwei davon in Penzberg! – mit besonderer Kraft einzusetzen und nicht zuletzt das Klimaschutzkonzept des Landkreises auszubauen. Er dankt dafür, dass neun PM-VertreterInnen die 60 Plätze seiner Kreistagsliste mit besetzen. Auf die Zusammenarbeit mit Thomas Kopf als Bürgermeister würde er sich besonders freuen.

Die ideale Überleitung zur Rede unseres Kandidaten: Wie auch im Interview für unsere Website  erklärt der Diplom-Verwaltungsfachwirt, dass er zusammen mit seiner Frau, die aus Penzberg stammt, sich ab Beginn der gemeinsamen Familiengründung ganz bewusst für das Leben hier entschieden hat. Für das aktive Mittun in Vereinen wie jetzt auch für ein aktives Sich-Einbringen in die Kommunalpolitik. Seine Arbeit beim Landeskriminalamt im Bereich Cybercrime vermittelt ihm hierfür das passende Handwerkszeug: „Von uns wird erwartet, vorausschauend zu denken, Trends zu erkennen, Risiken zu bewerten und dann ganz bewusst zu agieren – statt zu spät zu reagieren.“ Genau dies sei auch in der Führung einer kommunalen Verwaltung nötig: anzuwenden auf das Wachstum der Stadt und damit den Bedarf an Betreuung für Jung und Alt – als konkrete Maßnahme nennt er die Einrichtung eines Familienbeirats und die Bemühung um ein Quartiersmanagement -, auf die Notwendigkeit wie Pflicht zur Klimaanpassung, auf die Förderung der Kultur und die Unterstützung des Ehrenamts. All dies trage auch zur Verbindung bei, nicht zuletzt, um Kräften entgegenzutreten, „deren Agenda allein darin besteht zu spalten“. Klar wird: Thomas Kopf steht für vorausdenkende Planung, frühzeitige Bürgerbeteiligung, transparente Information, klare Entscheidung und verlässliche Umsetzung.

Gestützt weiß er sich von einer Liste, die schon zu Beginn des Abends persönlich vorgestellt worden ist. Und die am Ende des Abends gar nicht vollständig mit auf die Bühne passt, als er nach einigen musikalischen Beiträgen schließlich gemeinsam mit Tom Sendl, Thomas Müller und Klaus Matschl dieses für uns alle legendäre Penzberg-Lied anstimmt: „Weilst a Herz host wia a Bergwerk, weilst da Wahnsinn bist fia mi, steh ich auf di.“

9. Januar 2026

PM-Themenabend zum Fokus Familie

Die Informationen, die an diesem Abend zur Betreuung von Kindern wie von Senioren gegeben werden, sind breit gefächert und fundiert. Doch auch die daraus erwachsende gesamtgesellschaftliche Verantwortung ist wirklich groß. Dazu Bürgermeisterkandidat Thomas Kopf: „Wir können heute gemeinsam nicht für Lösungen sorgen. Aber wir können in einen Austausch über das Thema „Betreuung“ eintreten, welches uns als Familien alle betrifft.“ Denn zum einen ist da der ab September greifende Rechtsanspruch von Eltern auf eine durchgängige Betreuung von Erstklässlern. Und zum anderen lässt der Bauch des demographischen Wandels künftig den Bedarf an Hilfe für Ältere immer größer werden.

Das Ganztagsförderungsgesetz des Bundes wird sich zwar nur Schritt für Schritt auswirken, denn pro Jahr kommt eine der vier Grundschulklassen mit ihrem Rechtsanspruch hinzu. Ein Konzept aber wird so rasch wie möglich benötigt – und das, während gleichzeitig die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz noch auf sich warten lassen. Die Unterschiede zwischen Gebundener und Offener Ganztagsklasse sowie einer Mittagsbetreuung und allen möglichen Kombinationsangeboten werden erklärt, die Probleme der Stadt hiermit aber ebenfalls. Der anwesende Zweite Landrat Wolfgang Taffertshofer (BfL) kann immerhin die Hilfe des Landratsamts bei der Lösungsfindung zusichern.

In gleicher Weise wie hierzu trägt das Publikum auch zum zweiten Themenschwerpunkt des Abends eigene Erfahrungen bei: Hier geht es um den Bedarf an Beratung und Betreuung von Senioren. Zum Glück liegt in Penzberg der informative Wegweiser des Seniorenbeirats vor, und auch der dank eines Antrags von PM nach Penzberg gelotste Pflegestützpunkt kommt bis in die eigenen vier Wände, um Rat zu geben. Einig ist man sich darin, dass sogar beim „Betreuten Wohnen“ das Maß sozialer Kontakte von der eigenen Initiative abhängig ist und man sich so früh wie möglich ein eigenes hilfreiches Netzwerk aufbauen sollte. Dass wir seit zwei Jahren vor Ort ein „Familiennetzwerk“ gibt, ist ein guter Baustein dafür.

Ramona Frick beschließt den Abend mit dem mutmachenden Hinweis, dass man da, wo es Netze gibt, gesellschaftlich auch niemanden verlieren wird. Der Abend klingt aus in lebhaften Gesprächen – die ihrerseits Verbindungen schaffen.


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