Unser Wahlprogramm 2026

Unser oberstes Ziel bleibt: In unserer Stadt sollen alle gut leben können, demokratisch und bunt. Die Transparenz politischer Prozesse, der Einbezug der Bürgerschaft und damit die Verteidigung der Demokratie, das sind und bleiben unsere Grundpfeiler. Immer wieder stoßen wir eine offene Kommunikation an, hinterfragen laufende Vorgänge kritisch und erfragen die Bedürfnisse unserer MitbürgerInnen. Damit wollen wir das reine Reagieren auf Impulse von außen überwinden und zu einem Planen und Handeln mit Weitsicht kommen. Das heißt auch, Projekte für das gemeine Wohl beherzt anzupacken, auch mal etwas auszuprobieren und notfalls dabei zu lernen, statt zu zaudern und in bisherigen Abläufen zu verharren.

Wertschätzung des Ehrenamts

Eines unserer wichtigsten Themen ist weiterhin die Wertschätzung des Ehrenamts. Das Penzberger Vereinsleben ist bunt, lebendig und ein Schatz für unsere Stadtgesellschaft. Es stiftet Gemeinschaft, schafft Teilhabe und gibt vielen Menschen bei uns eine Heimat – manchmal sogar eine neue. Ehrenamt und Vereine sind das Rückgrat der Gesellschaft. Und doch spüren viele: Die Zeiten ändern sich. Neue Mitglieder und Aktive zu finden, wird schwieriger, Verantwortung lastet auf weniger Schultern, der Generationenwechsel stockt. Dazu kommt eine zurückgefahrene kommunale Unterstützung, da die Stadt in Finanznot ist. Doch gerade insofern wird der zivilgesellschaftliche Einsatz immer wichtiger werden. Ein „Netzwerk Ehrenamt“ ist im Oktober 2025 entstanden; dazu braucht es jetzt – wieder! – im Rathaus eine „Anlaufstelle Ehrenamt“ und einen „Fachbeirat Ehrenamt“ als Kontaktstelle. Dazu kommt als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe die Bekämpfung von Armut. Auch hier leistet das Ehrenamt bereits viel und ist weiterhin gefragt. Daher setzen wir uns ein für:

  • Regelmäßige Zusammenführung der Akteure des ehrenamtlichen Engagements
  • Wiederbelebung einer verlässlichen „Anlaufstelle Ehrenamt“ im Rathaus
  • Schaffung eines „Fachbeirats Ehrenamt“ als Gelenkstelle hinein ins Rathaus
  • Haus oder Areal für Vereine: Gemeinschaftsräume für mehr Selbstorganisation
  • Analyse der finanziellen Bedarfe und Auslotung gegenseitiger Unterstützung 
  • Etablierung niederschwelliger Hilfsangebote: z.B. ambulante Beratung des Jobcenters

Miteinander der Generationen

Der demographische Wandel zeigt sich heute bereits: Die Älteren nehmen an Zahl zu, während die Jüngsten in unserer Gesellschaft und ihre Eltern immer mehr zur Minderheit werden. Nicht selten sind sie auch wirtschaftlich bedrängter.Die gemeinsame Zeit in den Familien wird weniger, umso wichtiger ist die beste Betreuung für die Jüngeren. Die Sorge für Pflichteinrichtungen wie Kita, Hort und Schule ist oberstes Gebot, und Jugendliche brauchen ein angemessenes Jugendzentrum. Parallel müssen die Orte für Senioren  erhalten bleiben und ihre speziellen Bedürfnisse beachtet werden. Insgesamt benötigt der Zusammenhalt der Gesellschaft Orte der Begegnung. Diese und eine Vernetzung wie das Anfang 2024 entstandene „Penzberger Familiennetzwerk“ sind weiterzuentwickeln. Dafür braucht es im Rathaus eine „Anlaufstelle Familie“ und – vergleichbar dem „Seniorenbeirat“ - einen „Familienbeirat“ als Kontakt dorthin. Nicht zuletzt dient ein gutes Miteinander der Generationen außerdem Zusammenhalt auch der Demokratie. Daher setzen wir uns ein für:

  • Beleuchtung der Folgen des demographischen Wandels mit Hilfe von Bildungsträgern 
  • Vorsorge für ausreichende Menge an Betreuungsplätzen in Kita und Hort
  • Zeitnahe Sanierung und Modernisierung der Bürgermeister-Prandl-Schule
  • Impuls für sozialen und kulturellen Treff für Kinder und Jugendliche, z.B. Kletterhalle
  • Schaffung einer zentralen Koordination der Jugendarbeit und Ersatz für Streetwork
  • Ausbau der bisherigen Ansprechstelle im Rathaus zur „Anlaufstelle Familie“
  • Einrichtung eines „Familienbeirats“ als Gelenkstelle hinein ins Rathaus
  • Erhaltung der Begegnungsstätte für SeniorInnen und des dort vorhandenen Angebots 

Stadtentwicklung mit Plan

Bezüglich unserer Innenstadt sind wir für eine Stadtentwicklung mit Plan. Attraktive Städte erzählen ihre Geschichte durch das Stadtbild und fördern Baukultur in einem Nutzungsmix von Wohnen, Gewerbe und Dienstleistung und gut gestaltete öffentliche Freiräume. Mit großen Bauprojekten, die aktuell laufen oder bevorstehen, wird Penzberg in den nächsten Jahren enorm wachsen. Dazu kommt ein Generationenwechsel in der Innenstadt, der zum Verkauf großer innerstädtischer Areale führt und einen Wandel der Innenstadt auslöst. Wir halten es nicht für richtig, dass Leute von außen kommen und uns sagen, was für sie gut ist. Wir selbst sollten als Stadt einen Plan haben, wo die Reise hingeht und wie unsere Stadt in hundert Jahren aussehen soll. Das wollen wir mit den BürgerInnen zusammen entwickeln. Es gibt Ansätze, dass sich ein „Freundeskreis Innenstadt“ bildet. Der muss auch im „Arbeitskreis Innenstadt“ vertreten sein. Dieser ist dringend zu reaktivieren, um den Kontakt zwischen Rathaus, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu sichern. Daher setzen wir uns ein für:

  • Plan für das Stadtbild bzgl. Geschosszahl, Dichte, Dachformen, Farben, Materialien
  • Bürgerbeteiligung bei der Erarbeitung einer Zukunftsvision: Infos, Befragungen
  • Beteiligung von Senioren- und Familienbeirat an städtebaulichen Planungen
  • Erweiterung und Reaktivierung des „Arbeitskreises Innenstadt“
  • Weiterentwicklung des Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) zum Arbeitsprogramm
  • Einbeziehung der Städtebauförderung, u.a. wegen Förderungen von Bestandserhalt
  • Aufklärungsarbeit über klimaschonendes Bauen: Umbaukultur, Holzbau
  • Sorge für bezahlbaren Wohnraum durch konsequente Beachtung der SoBon-Regel

Ökologische Verantwortung der Stadt

Das beständige Wachstum unserer Stadt bringt Aufgaben für Umwelt, Natur und Klima mit sich. Große Wohngebiete haben sich um einen ehemals kleinen Stadtkern gelagert. Doch wir liegen mitten im Moor und tragen damit eine große ökologische Verantwortung. Wir müssen nach innen verdichten, dafür haben wir uns auch bei der Erarbeitung des neuen Flächennutzungsplans (FNP) eingesetzt. Aber dennoch müssen wir auch im Inneren Versiegelung begrenzen, Grünflächen erhalten und Bäume schützen. Schon heute ist Hitzestress in der Stadt spürbar, Gesundheitsschutz ist nötig. Klimaschutz und Klimaanpassung sind gesetzlich vorgeschrieben und damit unsere Pflicht. Deshalb müssen wir für eine sogenannte „naturbasierte Klimaanpassung“ sorgen durch die Begrünung von Fassaden und Dächern. Den Folgen von Starkregenereignissen ist durch die Prinzipien der Schwammstadt vorzubeugen. Außerdem hat das stete Wachstum der Stadt die Erstellung eines Konzepts erfordert, mit dem die Mobilität ökologischen, sozialen und ökonomischen Bedürfnissen gerecht wird. Dem gemäß müssen wir für die schwächsten Verkehrsteilnehmer Sicherheit erwirken, indem wir die autogerechte Stadt überwinden: durch bessere Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr, durch Temporeduktion und Verkehrsberuhigung. Dafür brauchen wir im Rathaus – wieder! – eine Stabsstelle "Umwelt und Mobilität", auf der sich jemand kompetent um diese Themen kümmert, und die Reaktivierung des „Fachbeirats Klima“. Daher setzen wir uns ein für:

  • Erarbeitung eines Hitzeanpassungsplans als Teil eines größeren Klimaanpassungsplans
  • Schutz und Erweiterung von Baumbestand: Anlegung eines Baumkatasters 
  • Erhalt von Grünflächen: Entsiegelung und Begrenzung von Neuversiegelung 
  • Begrünungen von Fassaden und Dächern: Verankerung in Bebauungsplänen 
  • Schutz von Moorflächen: Keine Preisgabe für die Ausweisung neuer Bauflächen 
  • Prinzipien der Schwammstadt: Speicher für Wasser, Schaffung grün-blauer Adern

Umsetzung des Mobilitätskonzepts

Außerdem hat das stete Wachstum der Stadt die Erstellung eines Mobilitätskonzepts erfordert, mit dem der Verkehr in der Stadt ökologischen, sozialen und ökonomischen Bedürfnissen gerecht wird. Dem gemäß müssen wir für die schwächsten Verkehrsteilnehmer Sicherheit erwirken, es muss uns die Umwandlung der autogerechten Stadt in eine fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt gelingen: durch bessere Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr, durch Temporeduktion und Verkehrsberuhigung. Der Seniorenbeirat hat sich im Projekt „Penzberg mitgestalten“ Ende 2025 die Aufgabe gestellt, die Maßnahmen des Mobilitätskonzepts zu sichten und zu begleiten; das ist allein sinnvoll in einer engen Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung. Auch dafür brauchen wir im Rathaus – wieder! – eine Stabstelle „Umwelt und Mobilität“, auf der sich kompetent jemand darum kümmert, und die Reaktivierung des „Fachbeirats Klima“.

  • Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat und seiner Arbeit am Mobilitätskonzept
  • Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer: Überwege, Schutzstreifen, Fahrradstraßen
  • Fortsetzung der Arbeit mit dem „Arbeitskreis Fahrradfreundliche Kommune“ (AGFK)
  • Ausbau des Bahnbogens für den gesonderten Fuß- und Radverkehr
  • Verlangsamung des Autoverkehrs: Tempo 30 in allen Ortsbereichen 
  • Verkehrsberuhigung der Innenstadt: Sperrung für LKW-Durchgangsverkehr

Wirtschaftskraft der Stadt

All diese zukunftsorientierte Ziele sind in Einklang zu bringen mit einer finanziellen Lage der Stadt, die kaum mehr Spielräume zulässt. Mit dem Haushalt 2025 haben wir uns gerade so bis ins Jahr 2026 gebracht, jetzt müssen wir der Forderung der Kommunalen Rechtsaufsicht nach einer Haushaltskonsolidierung folgen. Damit ist nachzuweisen, dass man langfristig leistungsfähig ist. Sicher lässt sich die Einnahmenseite noch verbessern, wenn wir unsere Zweitwohnungssteuer auch erheben und die Gewerbesteuern nicht erst mit drei Jahren Verzug einnehmen. Das große Rad aber lässt sich nur durch Einsparungen drehen, hier braucht es ein Konzept. Parallel kann Wirtschaftsförderung nicht nebenher Chefsache sein. Ein Netzwerk an Unternehmen braucht mindestens den „Arbeitskreis Innenstadt“, der dringend zu reaktivieren ist, als Gelenkstelle hin zu einer Wirtschaftsförderung im Rathaus. Daher setzen wir uns ein für:

  • Erstellung eines Haushaltskonsolidierungskonzepts mit langfristiger Perspektive
  • Einrichtung eines City- und Leerstandsmanagements, privat oder über Fördermittel
  • Wiederbelebung einer eigenen „Anlaufstelle Wirtschaftsförderung“ im Rathaus
  • Erweiterung und Reaktivierung des „Arbeitskreises Innenstadt“, s.o.